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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 05:03 Uhr

Panikmache

vom

svz.de von
erstellt am 22.Nov.2007 | 09:30 Uhr

Dass die Rente noch sicher ist, wie es der frühere Arbeitsminister Norbert Blüm einst plakatiert hat - daran glaubt inzwischen wohl kaum noch jemand. Natürlich hat sich das System der Gesetzlichen Rentenversicherung über Jahrzehnte bewährt. Doch stößt es inzwischen an seine Grenzen. Ohne zusätzliche private Vorsorge dürfte vielen künftigen Rentnern ein böses Erwachen im Ruhestand drohen. Die durchschnittliche Lebenserwartung wird immer höher. Die Zahl der Geburten geht weiter zurück. Bereits in wenigen Jahren werden diese Faktoren für ein größer werdendes Loch in der Rentenkasse sorgen. Mit der Rentenreform und der Einführung der Rente mit 67 hat die große Koalition die Reißleine gezogen. Nur die langfristige und stufenweise Einführung sorgt dafür, dass es zwar Kritik an der Neuregelung hagelt, der ganz große Aufschrei aber bisher noch ausgeblieben ist.
Kaum ist die schmerzhafte Neuregelung verabschiedet, da wird bereits eine Debatte über die Reform der Reform geführt. Mag sein, dass die 67er-Rente noch nicht ausreichend und zu wenig dynamisch ist, um die gesetzliche Alterssicherung auf Dauer zu stabilisieren. Ständig neue Forderungen und Vorschläge, regelrechte Überbietungswettbewerbe, was den Beitragszahlern nicht vielleicht noch alles zugemutet werden könnte, verunsichern die Menschen. So schädlich die Blümsche Gesundbeterei gewesen ist, so gefährlich ist jetzt übertriebene Panikmache. Bei weiteren Korrekturen des Rentensystems sollte mehr Sorgfalt walten.

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