Urteil : Pakete gestohlen: Postbote verurteilt

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Eric Sch. griff im Verteilerzentrum Groß Schwaß mindestens 19-mal zu

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31. März 2015, 12:00 Uhr

Monatelang ließ Postbote Eric Sch. heimlich Pakete verschwinden, vor allem mit hochwertigen Mobiltelefonen. Laut Staatsanwaltschaft griff er mindestens 19-mal zu, bis Polizisten ihn im April 2013 mit heißer Ware in seinem Lieferwagen erwischten. Gestern verurteilte das Amtsgericht Rostock den 25-Jährigen dafür zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung sowie 200 Arbeitsstunden. Der angerichtete Schaden beträgt rund 6500 Euro.

Misstrauisch geworden war der Arbeitgeber von Eric Sch., als sich im Paketzentrum Groß Schwaß die Verlustmeldungen hochwertiger Sendungen häuften. Auffallend war, dass die Diebstähle besonders dann eintraten, wenn Elektronikunternehmen neue Produkte auf den Markt brachten. Dadurch, dass alle Sendungen für den Norden bei Eintreffen in Neustrelitz gescannt werden und bei Ankunft in Groß Schwaß noch einmal, konnte ihr Weg genau verfolgt werden. Nach dem Eingangsvermerk der Pakete für den Rostocker Auslieferungsbezirk des Angeklagten riss an manchen Tagen die Kennzeichnung einfach ab. Die Diebstähle mussten also dort passieren.

Auf die Spur des Angeklagten führten letztlich unternehmensinterne Ermittlungen. Birgit S. (54), Sicherheitsbeamtin der Deutschen Post, beschrieb gestern, dass sie zunächst die Anwesenheitslisten aller Mitarbeiter verglich. Eric Sch. geriet in Verdacht, denn er war bei jedem Diebstahl vor Ort. Im April schlugen die Postmitarbeiter erneut Alarm: Wieder wurden zwei Rostocker Sendungen vermisst. Als Eric Sch. nachmittags von seiner Tour zurückkam, erwartete ihn bereits die Polizei. Zwei Pakete, die nicht zu seinem Bezirk gehörten, lagen hinter seinem Sitz in der Fahrerkabine. Sie waren geöffnet und mit einem Paketband der Deutschen Post verschlossen worden, was nicht erlaubt ist.

Eric Sch. bestritt die Vorwürfe zunächst. Er wisse nicht, wie die Pakete in sein Fahrzeug gekommen seien und leugnete auch, sie geöffnet zu haben. Erst als die Ermittler mit einem Vergleich der Fingerabdrücke drohten, gab er zu, die Pakete „nur aus Neugier“ aufgemacht zu haben. Nachdem die Beweislage sich immer mehr verdichtete und ein klärendes Gespräch zwischen den Beteiligten stattgefunden hatte, legte Eric Sch. ein Geständnis ab. Die Diebstähle kosteten ihn neben seinem Arbeitsplatz auch seine Anwartschaft auf einen Beamtenstatus. Hinzu kommt die Schadenserstattung an die Deutsche Post.

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