Paintballer nehmen Gehlsdorf ins Visier

<strong>Aus einer seit vielen Jahren brachliegenden</strong> Betonfläche in Langenort will Matthias Kröppelien eine Paintball-Anlage mit drei Spielfeldern machen. <foto>Georg Scharnweber</foto>
Aus einer seit vielen Jahren brachliegenden Betonfläche in Langenort will Matthias Kröppelien eine Paintball-Anlage mit drei Spielfeldern machen. Georg Scharnweber

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27. Juni 2012, 07:28 Uhr

Gehlsdorf | Geht es nach Matthias Kröppelien, fliegen am nördlichen Rand von Gehlsdorf bald kleine bunte Kugeln durchs Gelände. Der 26-Jährige plant auf 200 mal 80 Metern drei Paintball-Spielfelder. Ausgerüstet mit einer Druckluftwaffe, dem so genannten Markierer, und einer Schutzmaske für das Gesicht sollen dort Teams mit jeweils 10 bis 15 Spielern gegeneinander antreten können. Gewonnen hat, wer am Ende die wenigsten Farbklekse auf der Kleidung hat.

Bis dahin könnte allerdings viel Zeit vergehen. "Ich stehe noch ganz am Anfang der behördlichen Planung", sagt Kröppelien. Damit die Anhänger des Funsports sich austoben dürfen, müsste der Flächennutzungsplan für das Grundstück an der Straße Langenort geändert werden.

Farbkugeln sind biologisch abbaubar

Lärmschutz und Naturschutzbelange sind ebenfalls zu prüfen, wie der Ortsbeirat anmahnt. "Das Gelände ist eine der letzten Rückzugsmöglichkeiten für das Wild", sagt Vorsitzender Kurt Massenthe (Für Rostock).

Kröppeliens Plan ist bereits mehrere Jahre alt. Er spielt seit acht Jahren Paintball und würde sein Hobby gerne zum Beruf machen. Nachdem die Stadt ihm kein geeignetes Gelände für das Vorhaben zur Verfügung stellen konnte, entdeckte er durch Zufall das neue Objekt. Vom Eigentümer, der Hanseatischen Sanierungs- und Grundstücksgesellschaft Rostock, bekam er allerdings erst jetzt die Zusage. "Einen Plan B habe ich nicht", sagt der Rostocker. Sollte die Stadt ebenfalls grünes Licht geben, will Kröppelien die Spielfelder deutlich von der Umgebung abgrenzen, um Unbeteiligte vor Blindgängern zu schützen.

Die Farbkugeln selbst bestehen aus einer Gelantinehülle und Lebensmittelfarbe. Sie sind vollständig biologisch abbaubar. "Die Bälle fliegen 70, 80 Meter weit", sagt Kröppelien. Dank 150 Metern Wald in jede Richtung und anschließendem Zaun könnten sie aber keine Spaziergänger, Autos oder Fahrradfahrer auf der Straße treffen. Und den Ausruhbereich für die Spieler soll ein fünf Meter hohes Fangnetz umgeben. Gegen den Lärm hilft das allerdings nichts, befürchtet der Ortsbeirat. "Die Lautstärke liegt bei etwa 85 Dezibel", so Kröppelien. Laut Massenthe ist das mit einem Lkw vergleichbar.

Bei anderen Paintball-Begeisterten stößt Kröppeliens Vorhaben noch auf Skepsis. "Es gibt seit zehn Jahren immer wieder Versuche, Felder in Rostock aufzuziehen, was aber an der mangelnden Erfahrung gescheitert ist", sagt Daniel Dienel vom Paintball Sport Verein Rostock. Beispielsweise in Schutow oder Dierkow. Aktuell gibt es in MV fünf Anlagen: zwei in der Rostocker Umgebung, eine in Greifswald und zwei in Stralsund. "Ich als Spieler habe Interesse, auch auf andere Felder zu gehen", so Dienel. Daher sei der Vorstoß Kröppeliens prinzipiell zu begrüßen.

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