JVA Waldeck : Päckchen für Gefangene

Weihnachten macht auch vor Gefängnismauern keinen halt.
Weihnachten macht auch vor Gefängnismauern keinen halt.

Weihnachtsaktion für Insassen der JVA Waldeck gestartet. Sachspenden bis 15. Dezember abgeben

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23. November 2017, 20:45 Uhr

„Von der christlichen Botschaft als auch von der Tradition her ist Weihnachten für alle“, sagt Pastor Martin Kühn. Deshalb sollen auch in diesem Jahr die Inhaftierten der Justizvollzugsanstalt (JVA) Waldeck an Heiligabend ein Weihnachtspäckchen bekommen. „Mein Ziel ist es, dass jeder Gefangene eins erhält“, zeigt sich der Gefängnisseelsorger zuversichtlich. Denn für die Inhaftierten wird es die einzige Aufmerksamkeit in diesem Jahr bleiben. „Seit 2013 dürfen Gefangene aufgrund der Änderung der gesetzlichen Bestimmungen keine Pakete von Angehörigen bekommen. Früher waren es noch drei Pakete pro Jahr“, erklärt der Pastor.

Bis spätestens 15. Dezember können Freiwillige ein Päckchen für die JVA-Insassen packen. Als Inhalt erlaubt sind originalverpackte Nahrungs- und Genussmittel, aber auch ein kleines Buch oder eine Grußkarte. „Wichtig ist, dass in der Karte oder dem Päckchen keine persönlichen Angaben des Absenders zu finden sind“, betont Kühn. Bevor die Aufmerksamkeiten jedoch bei den Gefangenen ankommen, werden die Päckchen durchleuchtet und auf verdächtigen Inhalt hin überprüft. „Am 24. Dezember gehen Gefängnisseelsorgerin Ursula Dierich, der Leiter der JVA, Frank Grotjohann, Dirk Stamer vom Anstaltsbeirat und vielleicht noch der Bürgermeister sowie ich durch das Haus und verteilen die Geschenke in jedem Haftraum“, so Kühn zum Ablauf.

„Für viele ist es das erste Mal, dass sie überhaupt etwas geschenkt bekommen. Die Inhaftierten freuen sich, dass es draußen Menschen gibt, die an sie denken. Denn das schlimmste Gefühl ist, von anderen vergessen zu werden“, hebt der Pastor die Wichtigkeit dieser Aktion hervor. Denn egal in welcher Krise sich ein Mensch gerade befinde, so Kühn, Weihnachten sei Weihnachten und jeder habe ein Recht darauf, das Fest zu feiern. Schließlich gehe eine Inhaftierung nicht mit dem Entzug der Menschenwürde oder der religiösen Feste einher.

In der JVA Waldeck sind Männer ab 21 Jahren inhaftiert, die eine Strafe von mindestens fünf Jahren verbüßen müssen.

Die Aktion

• Der Inhalt der Päckchen kann zum Beispiel bestehen aus: originalverpackten verschiedenen Arten von Nahrungs- und Genussmitteln ohne Alkohol, Kaffee, Tee, Tabakwaren einschließlich Zubehör, einem kleinen Buch und einer Grußkarte
• Nicht zugelassen sind: berauschende Mittel, insbesondere Alkohol und Drogen, Medikamente, Tabletten, Spraydosen, Feuerzeuge, Streichhölzer, Kerzen, brennbare Flüssigkeiten oder Gase, verderbliche Esswaren wie Wurst oder Fleisch
• Vermeiden sollten die Absender außerdem persönliche Angaben im oder am Päckchen mitzuschicken, wie Familienname, Anschrift, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse.
• Abgabe der Pakete bis 15. Dezember in der Gemeindeverwaltung in Dummerstorf, Griebnitzer Weg 2, sowie bei der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Kessin, Neubrandenburger Straße 5.
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