Rostock : Ostseenachbarn geben Ratschläge

Die Vorschläge der Experten wärmen sein Herz, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (r.). Stadtplaner Andreas Schubert (l.) moderierte den Workshop. Wolfgang Schmidt aus dem Oberbürgermeisterbüro Kiel gab Hinweise, wie Rostock sein Potenzial nutzen kann.  Fotos: nicole Pätzold
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Die Vorschläge der Experten wärmen sein Herz, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (r.). Stadtplaner Andreas Schubert (l.) moderierte den Workshop. Wolfgang Schmidt aus dem Oberbürgermeisterbüro Kiel gab Hinweise, wie Rostock sein Potenzial nutzen kann. Fotos: nicole Pätzold

Experten entwerfen Vorschläge, wie die Hansestadt attraktiver wird. Oberbürgermeister will auf lange Sicht alles für die Stadt #wirkoennenrichtig

svz.de von
18. Mai 2017, 05:00 Uhr

Aus einem belebten Stadthafen, der mit der autofreien Innenstadt verknüpft ist, führt eine Brücke über die Warnow in ein grünes Gehldorf mit diversen Wassersportangeboten – bis hin zum Pool auf dem Wasser. Im Osthafen sind Wohnungen mit Warnowblick... So sollte Rostock sein Potenzial nutzen und ausbauen, haben Experten für Stadtplanung aus Stettin, Danzig, Karlskrona oder auch Lettland vorgeschlagen. Sie kamen in einem viertägigen internationalen Experten-Workshop der Union of the Baltic Cities in Rostock zusammen und stellten gestern im Rathaus ihre Ergebnisse vor.

Was Rostock wirklich umsetzen wird? „Alles – schrittweise“, sagt Stadtoberhaupt Roland Methling (parteilos). Er schickt Planer Andreas Schubert in die Spur, die Ergebnisse aufzuarbeiten und der Bürgerschaft zu präsentieren. „Ich dachte, ich kenne jeden Quadratzentimeter von Rostock“, sagte Methling, aber die Experten hätten ihn eines Besseren belehrt, ihm eine andere, erweiterte Sicht gegeben. Konkret bleibt der Oberbürgermeister aber bei bereits erklärten Zielen. Rostock brauche ein maritimes Erlebniszentrum, einen aktiven Stadthafen. Im Osthafen sei er bereits, wie er betonte, mit allen Anliegern im Gespräch, sagte der OB. Er erwägt, einige Gewerbe-Betriebe umzusiedeln und so genanntes höherwertiges Gewerbe anzusiedeln – wie etwa Architekturbüros, die mit Wohnungen verträglicher wären. Manche Betriebe hätten dort ohnehin zu wenig Platz.

Die Stadtplaner, Architekten oder auch Soziologen arbeiteten in drei Hauptgruppen. „Viele haben die gleichen Ideen“, sagte Anna Fikus-Wójcik, Stadtplanerin aus Danzig, „vielleicht weil sie so offensichtlich sind“. Der Stadtkern müsse ganz klar zur Warnow gebracht werden, eine Verbindung geschaffen werden, auch weiter rüber nach Gehlsdorf, wo eine Art grüner Hafen entstehen könne – mit Wassersportangeboten, Möglichkeiten zum Schwimmen. Weiterhin einig waren sich die meisten darin, dass Rostock sein Park- und Verkehrsproblem regeln muss. Das betonte etwa auch Laura Anteina von der Stadtverwaltung Jurmala (Lettland). Ein Architekt aus Estland riet, mit Privatisierungen vorsichtig zu sein. Der Stadthafen sollte ein Ort für die Öffentlichkeit bleiben. Wolfgang Schmidt aus dem Büro des Oberbürgermeisters Kiel plädierte für ein International Welcome Center im Stadthafen, in dem Neu-Rostocker alles über die Stadt erfahren. Die Stadt sollte sich fragen, was Einwohner anzieht und daran denken, dass sie in einem Wettbewerb mit anderen steht – und sich dabei nicht nur als Stadt in MV, sondern als Stadt in Europa begreifen.

Kommentar "Alles?" von Nicole Pätzold

Was darfs denn sein? Alles, das ganze Paket: die Brücke, die Wohnungen im Osthafen und ein grünes Gehlsdorf. Es muss die Begeisterung gewesen sein, durch die der OB sich hinreißen ließ,   zuzusagen, alle guten Ideen auch umzusetzen. Wie ein Schönheitschirurg in einem schlechten Film malten die Stadtplaner auf Rostocks „Körper“ rum, merzten Schwachstellen aus, malten neue Schönheiten dazu. Beeindruckend war, wie einig sich die Planer waren. Grün in Gehlsdorf und eine echte „Connection“ der ganzen Stadt  klingen aber auch attraktiv. Mal sehen, was auch Realität wird.
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