Streit um Schüler in Rostock : Ortsbeirat verteidigt Margaretenschule

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Widerspruch gegen Bürgerschaftsbeschluss zur Aufnahme von Jenaplanschülern. Es soll um zusätzlich 96 Schüler aus neunten und zehnten Klassen gehen, die in sechs Klassenzimmer ausgelagert würden.

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11. März 2016, 05:00 Uhr

Der Ortsbeirat KTV lehnt den Beschluss der Bürgerschaft ab, Teile der Jenaplan- übergangsweise an die Margaretenschule auszulagern. Er legt Widerspruch ein. Grundtenor: Die Weiterentwicklung der Jenaplan- dürfe nicht auf Kosten der Margaretenschule gehen, die dann wichtige Räume verliere. „Wir wollen gleiche Chancen für alle“, sagt Beiratsmitglied Julia Richter.

Die Jenaplanschule will eine Sekundarstufe II, also die Option zum Abitur, einführen, hat dafür aber noch keine Räume. Erst im Sommer 2017 kann sie in die Schule am Wasserturm auslagern. Deswegen sollen, so die Darstellung in der Bürgerschaft, 33 Gymnasiasten für ein Jahr in der Margaretenschule unterkommen. Jenaplanschulleiter Martin Plant brachte aber in der Beiratssitzung am Mittwoch andere Zahlen für die Gastzeit: Es ginge nicht nur um 33, sondern um zusätzlich 96 Schüler aus neunten und zehnten Klassen, die in sechs Klassenzimmer ausgelagert würden. „Die sollen sich in diese paar Räume quetschen“, sagte Plant, um zu untermauern, dass auch seine Seite Opfer bringe.

„Das hätte die Bürgerschaftsmitglieder vielleicht auch interessiert“, so Richter. Sie hinterfragt, ob die Bürgerschaft wusste, worüber sie abstimmt. In der Amtsstellungnahme standen keine Schülerzahlen. „Es klingt, als ob es nur um eine Jahrgangsstufe geht, die von Klasse 10 zu 11 wechselt.“

Der Widerspruch wird aufschiebende Wirkung haben. Zum einen muss die Bürgerschaft neu abstimmen – planmäßig im April. Zum anderen „wäre der Klageweg eröffnet, wenn die Bürgerschaft ablehnt“, so Stephanie Bornstein vom Ortsamt Mitte.

Den Widerspruch erwirkte der Beirat mit fünf zu drei Stimmen. Dagegen waren Anna Bobrowski, Hans-Joachim Toscher (CDU) und Alexander Ludwig (Grüne). Sie beriefen sich auf ihre Parteien, die dafür seien, den Beschluss aufrechtzuhalten. „Es wird nichts bringen“, sagte Bobrowski. „Das würde die Unsicherheit für Schüler und Eltern der Jenaplanschule schüren“, so Ludwig – und vielleicht dazu führen, dass die 33 Schüler kein Abitur mit dem reformpädagogischen Konzept machen könnten. „Das Vertrauen der Eltern der 470 Schüler in die Sekundarstufe II wäre enttäuscht“, so Plant.

„Und was ist mit unseren Kindern?“, fragt Ulrike Pannier vom Schulelternrat der Margaretenschule. Durch die wegfallenden Räume werde der Hort eingeschränkt, Funktionsbereiche wie Werkstatt müssten entfallen. „Es gibt jetzt schon Eltern, die sagen, wenn es so kommt, nehmen sie ihre Kinder raus“, sagt Katrin Bartelt, Vorstehende der Schulkonferenz. „Warum sollen wir zurückstecken?“

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