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Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. November 2017 | 01:26 Uhr

Rostock : Ortsbeirat lehnt Parkhaus-Pläne ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Wiro stellt Fassaden-Varianten für Bau am Küterbruch vor. Ehrenamtler kritisieren mangelnde Auswahl und alleinige Verantwortung

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Beton, Lochblech oder Lamellen in rot, grau und ocker – das sind laut Wiro-Prokurist Christian Jentzsch die drei Fassaden-Varianten, die für das neue Parkhaus am Küterbruch im Petriviertel infrage kommen. Welche es wird, soll auf Beschluss des Hauptausschusses der Bürgerschaft allein der Ortsbeirat Stadtmitte entscheiden – damit der Neubau nicht wieder so „missglückt“ wie das Parkhaus auf der Holzhalbinsel, erklärte der Ortsbeiratsvorsitzende Werner Simowitsch (Linke) auf dessen jüngster Sitzung. Doch die Ehrenamtler wollen die Verantwortung nicht allein tragen.

„Wir sind alle keine Fachleute. Das ist eindeutig eine Sache für den Gestaltungsbeirat“, sagt Andreas Herzog (SPD) angesichts der vorgestellten drei Varianten. FDP-Mann Christoph Eisfeld lehnte eine Stellungnahme zum Projekt gleich komplett ab. Denn ebenfalls vom Hauptausschuss wurde beschlossen, den Auftrag direkt an das städtische Wohnungsunternehmen Wiro zu vergeben – ohne öffentlichen Wettbewerb. „Warum mussten die Privaten im Petriviertel für alles einen Wettbewerb machen, aber die Wiro nicht“, fragt Eisfeld. Erklärungsversuche von Prokurist Jentzsch: „Es gab keinen Wettbewerb, weil die Vorgaben wirtschaftlich nicht umsetzbar waren – und deshalb gab es auch keine anderen Bewerber.“ Er unterstrich: „Wir suchen hier gewiss nicht die günstigste Lösung, sondern erfüllen unseren Auftrag, ein Parkhaus zu bauen“, so Jentzsch.

Dass das mit 12,5 Metern plus 70 Zentimeter für eine Fotovoltaikanlage auch höher werden soll als ursprünglich geplant, kritisierte Innenstadtpastor Reinhard Scholl. Der evangelische Kindergarten würde so zugebaut und immens verschattet. Auch müsse die Verkehrssituation wegen der Kinder besonders durchdacht werden, so Scholl. Wiro-Prokurist Jentzsch versicherte, dass diese Punkte berücksichtigt würden.

Doch der Ortsbeirat gab sich nicht zufrieden: „Es war abgesprochen, dass wir verschiedene Varianten vorgelegt bekommen, wie das Parkhaus aussehen soll. Das jetzt war der gleiche Entwurf in drei Varianten“, unterstrich Eisfeld. Die dargelegten Informationen reichten nicht, um abzustimmen. Deshalb wolle die Wiro in der nächsten Sitzung die Entwürfe noch einmal aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen, so Unternehmenssprecher Carsten Klehn. Der Ortsbeirat will die Entscheidungsgewalt dennoch in andere Hände geben. Einen entsprechenden Antrag an die Bürgerschaft bereite das Gremium bereits vor, so der Vorsitzende Simowitsch. Eigentlich sollte das Parkhaus 2018 schlüsselfertig übergeben werden.

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