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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 10:22 Uhr

Ortsbeirat fürchtet größere Ölmühle

vom

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2010 | 01:26 Uhr

Seehafen | Der Gehlsdorfer Ortsbeirat hat nichts gegen eine neue Rapsöl-Extraktionsanlage im Seehafen - aber gegen unangenehme Gerüche, die davon ausgehen könnten. "Schon die erste Anlage dort hat Gestank verbreitet", sagt der Ortsbeiratsvorsitzende Kurt Massenthe (Für Rostock). Menschen in den nahegelegenen Wohngebieten Krummenorf, Toitenwinkel, Hinrichsdorf, Nienhagen und - bei entsprechendem Wind - sogar in Markgrafenheide seien davon betroffen. Alle hätten große Angst, dass sich mit einer zweiten Anlage die üblen Gerüche noch verstärken würden, so Massenthe. Der Ortsbeirat hat sich deshalb gegen die neue Anlage ausgesprochen - und das einstimmig.

Die Firma Poweroil, die an ihrem Standort am Düngemittelkai mit einer neuen Extraktionsstrecke seine Produktion von Pflanzenölen und Rapsschrot verdoppeln will, weist die Befürchtungen der Anwohner jedoch zurück. "Wir sind uns sicher, dass wir auch mit einer zweiten Anlage keine Gerüche an die Umwelt abgeben werden", sagt Geschäftsführer Arne Philippsen. Bei der neuen Produktionsstrecke werde ein zweiter Biofilter mit einer erheblich vergrößerten Fläche eingebaut, erklärt er. "Darüber leiten wir alles ab. So kann nichts nach außen dringen", so der Power-Oil-Chef.

18 Millionen Euro will das Unternehmen für seine neue Anlage investieren und danach eine Million Tonnen Rapssaat im Jahr verarbeiten. Nach Angaben des Geschäftsführers sollen daraus 400 000 Tonnen Öl und 600 000 Tonnen Rapsextraktionsschrot für den Lebensmittelsektor und den Biokraftstoffmarkt entstehen.

Trotz der Bedenken des zuständigen Ortsbeirats hat der Bau- und Planungsausschuss im Genehmigungsverfahren bereits sein Okay zum Bauprojekt gegeben. Die Ablehnungsgründe des Ortsbeirats waren für die Bauexperten der Bürgerschaft nicht nachvollziehbar. Auch dem Wunsch des Ortsbeirats nach einer Umweltprüfung konnte der Ausschuss nicht folgen.

Nach Angaben des Bau- und Umweltsenators Holger Matthäus (Die Grünen) hatte das Umweltamt der Hansestadt bereits festgestellt, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich sei. Das habe die Stadt auch schon an das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalumm) übermittelt. "Die Prüfung hat außerdem ergeben, dass die veränderte Führung der Abluft zu einer besseren Situation als jetzt führen wird", so Matthäus bei der Sitzung des Bauauschusses.

Damit will sich der Ortsbeirat aber nicht zufrieden geben. Der Vorsitzende Massenthe kündigt an, dass das Gremium sich noch einmal an das Staatliche Umweltamt wenden will, um eine Prüfung anzuregen. Denn viele Einwohner hätten buchstäblich die Nase voll.

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