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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 12:33 Uhr

25 Jahre Mauerfall : Orte der friedlichen Revolution

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Wie Marienkirche, Michaeliskirche, Gerichtsgebäude und das Haus der Demokratie durch Geschichte verbunden sind.

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Einige Gebäude in der Hansestadt erinnern noch heute an an die friedliche Revolution im Herbst 1989. Das heutige Gerichtsgebäude und damalige Gebäude der Staatssicherheit (Stasi) war einer der zentralen Punkte für die Demonstrationen. An ihm führte jede Demonstration vorbei. Bei der ersten am 19. Oktober waren es 10 000 Demonstranten. Als der Zug beim Gebäude der Stasi ankam, stellten die Demonstranten Kerzen auf die Fensterbänke. „Kaum war der Zug um die Ecke, da sind sie rausgekommen, haben schnell alle Kerzen abgeschlagen und jede Spur beseitigt“, erzählt Henry Lohse, damaliger Pastor.

Doch besonders am 4. Dezember rückte das Stasigebäude in den Mittelpunkt, als Rostocker vor ihm eine Mahnwache hielten. Sie sollte die Aktenvernichtung kontrollieren und beenden. Im Austausch gegen Mitarbeiter besetzten die Demonstranten nach und nach das Gebäude. Sie versiegelten die Räume und schützten so die Akten. Am 6. Dezember hat sich schließlich ein unabhängiger Untersuchungsausschuss zur Sicherung der Stasiunterlagen gegründet.


Andachten und Fürbitten


Jede Demonstration begann an der Marienkirche und endete auf dem heutigen Neuen Markt. „Die Kirche war das schützende Dach der Revolution“, sagt Gerd Hosch, der sich ausführlich mit der friedlichen Revolution beschäftigt hat. Hier fanden erst die Andachten und Fürbittgottesdienste statt, die schließlich in den Demonstrationen mündeten. Zum Symbol für die Rostocker Demonstrationen wurde der Schmetterling von Stephan Mahlburg mit der Aufschrift „Gewaltfrei für Demokratie“. „Er hat diesen Schmetterling hoch gehalten und ist losgegangen. Die anderen haben sich angeschlossen und es wurden immer mehr“, berichtet Lohse. Bei der Demonstration am 5. November haben 30 000 Bürger den Rücktritt der DDR-Regierung gefordert. Zum ersten Mal versammelten sich die Menschen nicht aus Zwang, wie am 1. Mai, sondern aus freien Stücken.


Das erste Mal eine freie Meinung äußern


Die Michaeliskirche diente dem Neuen Forum als Veranstaltungsort, so auch am 11. Oktober 1989. An diesem Tag standen die Rostocker erstmals auf und äußerten öffentlich ihre Meinung. „Es war eine sehr offene Form und als reines Meinungsforum gedacht“, erzählt Hosch. Unten in der Michaeliskirche war eine Informationsbörse und oben fanden die Veranstaltungen statt. Die Mitglieder des Neuen Forums verlangten Reise-, Meinungs- und Pressefreiheit. „Vieles in der Zeit hat eine Eigendynamik bekommen“, sagt Lohse.

In dem Gebäude der heutigen Industrie- und Handelskammer war der Sitz der SED-Kreisleitung Rostock-Land. Seit Januar 1990 war es das Haus der Demokratie. In ihm hatten unter anderem die Gruppen Neues Forum, Demokratischer Aufbruch und Demokratie Jetzt ihren Sitz. „Hier waren viele bunte Fenster und Plakate“, beschreibt Hosch das Haus.

Am 9. November findet um 11 Uhr eine Führung zu den Orten der friedlichen Revolution statt. Der Treffpunkt ist das Kröpeliner Tor.


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