Entscheidung im Bundestag : Organspende: Rostocks Unirektor für eine Entscheidungspflicht

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Der Bundestag stimmt am Donnerstag über mögliche neue Regeln für Organspenden ab.

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15. Januar 2020, 12:09 Uhr

In der Diskussion um die Neuregelung der Organspende hat sich der Rektor der Universität Rostock, Wolfgang Schareck, für die Pflicht zu einer widerrufbaren Entscheidung jedes Einzelnen ausgesprochen. Diese verpflichtende Entscheidung könnte so selbstverständlich wie das Geburtsdatum und die Wohnadresse auf dem Personalausweis vermerkt sein, sagte Schareck am Mittwoch der dpa.

Dabei sei es wichtig, damit keine moralische Wertung zu verknüpfen. "Ein Nein ist ein Nein und ein Ja ist ein Ja. Jeder wird seine persönlichen Gründe dafür haben", sagte Schareck, der vor seiner Zeit als Rektor an mehreren deutschen Universitätskliniken als Chirurg "unzählige"Organe transplantiert hat.

Weiterlesen: So steht es um die Organspende in Deutschland

Doppelte Schranke zur Sicherung

Der Bundestag stimmt am Donnerstag über mögliche neue Regeln für Organspenden ab. Eine Abgeordnetengruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schlägt eine "doppelte Widerspruchslösung" vor. Demnach würde künftig jeder automatisch als Spender gelten, der nicht widerspricht.

Ansonsten wäre als doppelte Schranke der nächste Angehörige zu befragen - aber nicht nach seiner eigenen Entscheidung, sondern ob er einen Widerspruch des Verstorbenen kennt. Eine Lösung, mit der auch Schareck leben könnte. Eine andere Gruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock will, dass alle Bürger mindestens alle zehn Jahre beim Ausweisabholen auf das Thema Organspende angesprochen werden.

Weiterlesen: Automatisch Organspender? MV-Abgeordnete sind dafür

 
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