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19. November 2017 | 09:54 Uhr

Orang-Baby hört jetzt auf "Surya"

vom

svz.de von
erstellt am 22.Jul.2013 | 07:41 Uhr

Gartenstadt | Wochenlang hat der Rostocker Zoo nach einem passenden Namen für das neu geborene Orang-Utan-Mädchen gesucht. Seit gestern steht fest, dass der Winzling in Zukunft auf den Namen "Surya" hören wird. Für Zoo-Direktor Udo Nagel war es nicht leicht, aus den mehr als 200 eingereichten Vorschlägen einen Namen auszusuchen. Doch Surya, was indisch ist und "Sonne" bedeutet, schien ihm schließlich am passendsten. "Sie ist ja auch unsere kleine Sonne", so Nagel. Die Rostockerin Birgit Krüger hatte den Vorschlag eingereicht. "Ich habe im Internet nach asiatisch klingenden Namen gesucht und mich inspirieren lassen", so Krüger, die gestern bei der symbolischen Taufe dabei sein durfte.

10.20 Uhr am Gehege der Orang-Utans: Die Pfleger haben für die Taufe schon alles vorbereitet. Zwei kleine bunte Badewannen gefüllt mit etwas Wasser stehen inmitten von Sundas und Ejdes Wohnzimmer. Als die Klappe zum Gehege aufgeht, kommt zuerst der Vater Ejde herausgetrottet und planscht munter in einer der Badewannen. Er schlürft etwas Wasser und verschwindet dann schnell auf einem der Bäume, um sich von einer Pflegerin ein paar Leckereien reichen zu lassen. Die Zoo-Besucher drängen sich derweil immer dichter vor der Glasscheibe und versuchen, einen guten Beobachtungsplatz zu ergattern.

Erfahrene Eltern sind gute Lehrer

Alle warten gespannt auf Sunda und ihr Baby, doch sie lassen auf sich warten. Erst nach 20 Minuten kommt das Mutter-Tochter-Gespann aus der Luke herausgekrochen. Das Orang-Utan-Mädchen klammert sich dabei fest an die Seite ihrer Mama und blickt mit weit geöffneten Augen in die Welt hinaus. Vorsichtig und neugierig begutachtet Sunda eine der Badewannen und fängt an, in dem Bad zu spielen. Dabei wird auch ihr Baby nass. "Die Mama übernimmt die Taufe ihres Babys selbst", sagt Krüger gerührt. Nach wenigen Minuten verschwindet die Orang-Utan-Dame mit ihrer frisch getauften Tochter Surya wieder hinter die Kulissen des Darwineums. Es gibt Futter.

Doch die bunten Badewannen gehen Sunda scheinbar nicht aus dem Kopf, denn sie kehrt noch einmal zurück an den Boden, greift nach der zweiten Badewanne und versucht sie mit nach oben zu schleppen. Doch dabei schüttet sie einen Großteil des Wassers aus. Bevor auch noch der letzte Tropfen aus der Wanne fließt, steckt Sunda ein letztes Mal ihren Kopf ins Wasser und passt dabei auf, dass Surya nichts passiert. Die Zoo-Besucher sind verzaubert von dem Anblick der liebevollen Mutter, allen voran Birgit Krüger. "Es ist wirklich atemberaubend, das mitanzusehen."

Die kleine Surya bekommt von dem Trubel um sie herum nicht allzu viel mit. Viel interessanter sind für sie die spannenden Streifzüge durch die Bäume. Neugierig betrachtet Surya dabei, wie ihre Mutter selbst schwierige Aufgaben löst. Sunda ist eine gute Lehrerin und passt stets auf, dass ihr Kind nicht verloren geht. Wenn Surya sich langsam von der Brust der Mutter entfernt und auf den Rücken zu klettern versucht, holt Sunda ihr Junges wieder zurück an die Brust. "Sie ist eine erfahrene Mutter", sagt Zoo-Direktor Nagel. Im Rostocker Zoo brachte sie bislang fünf Babys zur Welt: 1986 Sandra, 1990 Shiwa, 1996 Sierah, 2003 Sabas und zuletzt Surya, die am 28. Juni das Licht der Welt erblickte. Kurz nach dem Umzug in das Darwineum muss es demnach bei Sunda und Ejde geklappt haben. Für alle Mitarbeiter im Zoo ist es die Bestätigung dafür, dass sich die Tiere wohlfühlen.

Erhaltungszuchtprogramm läuft erfolgreich

Seit Beginn des Erhaltungszuchtprogramms für Borneo-Orang-Utans in Rostock im Jahr 1972 wurden insgesamt neun Jungtiere geboren. "Die Borneo-Orang-Utans gehören zu den besonders geschützten Tieren, da ihr Lebensraum auf der Heimatinsel immer kleiner wird", sagt die Kuratorin des Rostocker Zoos, Antje Zimmermann. Außerdem bekommen die Orang-Utan-Frauen nur alle vier bis acht Jahre überhaupt Nachwuchs. Darum seien vor allem weibliche Nachkommen in der Zucht sehr wertvoll.

Wie die beiden jetzt bestehenden Orang-Utan-Gruppen nach der Geschlechtsreife von Surya im Darwineum aufgeteilt werden können, ist bis jetzt noch unklar. Denn während in der einen Gruppe Suryas Mutter Sunda und Vater Ejde leben, ist in der anderen Orang-Utan-Gruppe Suryas großer Bruder Sabas zu Hause.

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