Nordic-Yards : Optimismus auf der Werft

Auf seiner Werft in Warnemünde: Betriebsratsvorsitzender Harald Ruschel blickt nach dem Verkauf von Nordic Yards an den asiatischen Konzern Genting optimistisch in die Zukunft.
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Auf seiner Werft in Warnemünde: Betriebsratsvorsitzender Harald Ruschel blickt nach dem Verkauf von Nordic Yards an den asiatischen Konzern Genting optimistisch in die Zukunft.

Belegschaft in Warnemünde baut auf neuen Besitzer. Nun setzt die Erleichterung nach Wochen der Ungewissheit bei den Mitarbeitern ein.

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05. März 2016, 05:00 Uhr

Hammerschläge hallen im rhythmischen Takt, ein Schweißbogen erleuchtet immer wieder die Fenster einer Produktionsstätte, Männer mit blauen Helmen sind beim Ausladen von Teilen – geschäftiges Treiben gestern auf der Nordic-Werft in Warnemünde. Nichts an diesem Morgen deutet auf Unsicherheit unter der Belegschaft nach dem Verkauf der Weft an den asiatischen Konzern Genting hin. Ein Eindruck, den jene Werftarbeiter unterstreichen, die mit dem Fahrrad auf dem Gelände unterwegs sind und gute Laune versprühen.


Viele einheimische Firmen partizipieren


„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern freuen sich, dass mit dem Verkauf eine Entscheidung gefallen und somit die lange Zeit der Ungewissheit vorbei ist“, bestätigt Harald Ruschel, Betriebsratsvorsitzender der Warnemünder Werft. Die Unruhe unter der Belegschaft sei in den vergangenen Wochen deutlich zu spüren gewesen, denn niemand habe gewusst, wo die Reise hingeht, so Ruschel, der bei der Verkündung des Verkaufs einen schlagartigen Stimmungswandel spürte.

Harald Ruschel, seit Jahrzehnten auf der Werft in Warnemünde tätig, war bezüglich des neuen Besitzers nicht unvorbereitet. „Als die Gerüchte aufkamen, dass da mit Genting was im Busch ist, haben wir uns auch mal mit den Betriebsräten in Bremerhaven unterhalten“, berichtet er. Ihm sei gespiegelt worden, dass das Unternehmen Genting zu seinem Wort stehe. Dies mache ihn zusätzlich sicher, dass für die drei erworbenen Werft-Standorte in Wismar, Stralsund und Warnemünde alles gut ist.

Nordic Yards hat in Warnemünde derzeit 400 Beschäftigte, durch Subunternehmer sowie Zulieferer kommen noch einmal mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze hier vor Ort dazu. Es profitieren viele von Aufträgen auf der Werft, darunter eine ganze Reihe Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern. Etwa 50 Prozent des Volumens in diesem Segment bleibt im Land.


Planungen für Kreuzliner laufen längst


„Dass bei uns Offshore-Plattformen gebaut wurden, hat uns eigentlich noch flexibler und qualifizierter gemacht, denn es gelten hohe Standards“, sagt Stefan Sprunk, Sprecher von Nordic Yards. Dennoch habe man bei Nordic Yards das Kerngeschäft Schiffbau nie aus den Augen verloren und sei in diesem Markt immer aktiv gewesen, auch bezüglich des Baus von Kreuzlinern. Also genau dem Bereich, in dem der neue Werft-Besitzer viele Aufträge realisieren will. Und Genting hat tatsächlich Bestellungen in der Tasche, was auch die Warnemünder optimistisch in die Zukunft blicken lässt. Welche konkreten Aufgaben dann hier im Ostseebad landen werden, lasse sich derzeit nicht benennen, so Harald Ruschel. „Wir haben hier in Warnemünde aber alle Möglichkeiten, denn wir haben Platz, alle technischen sowie organisatorischen Voraussetzungen. Und vor allem gibt es hier hoch qualifizierte Mitarbeiter, die ihr Handwerk verstehen“, so der Betriebsratsvorsitzende.

Wann in Warnemünde in Zusammenarbeit mit den Schwesterwerften in Wismar und Stralsund die ersten Kreuzfahrtschiffe wachsen, vermag zum jetzigen Zeitpunkt niemand verlässlich zu sagen. Insider wissen aber, dass es ganz schnell gehen könnte. Bekanntlich beschäftigt sich Nordic Yards schon seit geraumer Zeit mit Planungen in diesem Schiffbau-Segment. Möglicherweise sind diese Vorbereitungen, die eigentlich ein Jahr dauern, schon fertig.

Auf jeden Fall soll es einen nahtlosen Übergang von der jetzigen Fertigung der Offshore-Plattformen zum Kreuzliner-Bau geben. „Wir brauchen uns über den Mangel an Arbeit keine Gedanken machen. Da wird es keine Lücke geben. Alle Beschäftigten werden durchgängig ausgelastet sein. Zudem gilt ja auch die Praxis, dass Arbeitskräfte je nach Bedarf in Warnemünde, Wismar oder Stralsund im Einsatz sind“, bleibt Harald Ruschel frohen Mutes. Von daher könnte es auf der Warnemünder Werft ein dauerhaftes Bild von emsigem Treiben und gut gelaunten Beschäftigten geben.

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