Gesundheit : Operation Zukunft Südstadtklinik

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Durch die Suche nach einem neuen Verwaltungsdirektor sind die GmbH-Variante und die Privatisierung sowie eine Uni-Fusion in der Diskussion

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10. August 2016, 11:45 Uhr

Das Klinikum Südstadt braucht einen neuen Verwaltungsdirektor. Schon einige Wochen läuft die Suche. Seitdem feststeht, dass die amtierende Klinik-Chefin Renate Fieber in den Ruhestand geht, wird vor allem hinter den Kulissen in der Hansestadt viel über die Neubesetzung und die künftige Struktur des städtischen Krankenhauses diskutiert. Kein neues Szenario, denn eigentlich war der Abschied von Renate Fieber schon für 2012 geplant, wurde dann aber – wie immer wieder kolportiert wurde – auf Wunsch von Oberbürgermeisters Roland Methling (parteilos) verschoben. Nun aber muss die Hansestadt entscheiden.

Das Klinikum ist eines der wenigen noch in kommunaler Trägerschaft befindlichen Krankenhäuser. In den Jahren zuvor war auch die Privatisierung immer wieder ein Thema, fand jedoch keine Mehrheit in der Bürgerschaft. Mit der Neubesetzung der Klinik-Führung rückt zumindest die Debatte über die mögliche Rechtsform GmbH bei einigen wieder in den Fokus. Vor allem, weil es die Meinung gibt, dass sich durch eine GmbH-Struktur die Gewinne des Klinikums steigern ließen, die dann in den Stadthaushalt abzuführen wären. Skeptiker hingegen sehen in dieser Rechtsform einen ersten Schritt in die Privatisierung des Klinikums. Der Verkaufspreis wurde dereinst mit 80 Millionen Euro gehandelt.

Ebenfalls immer wieder lanciert: eine Fusion mit der Universitätsmedizin Rostock. Ansatzpunkt ist hier der Streit der beiden Rostocker Kliniken über die Trägerschaft der Frühgeborenenmedizin. Hintergrund: 2004, zum Jahresende, fusionierten die beiden Frauenkliniken und wurden am Klinikum in der Südstadt als neue Universitätsfrauenklinik angesiedelt. Untrennbar mit der Geburtsmedizin der Frauenklinik verbunden ist jedoch die Betreuung von Frühchen und kranken Neugeborenen. Im großen Vertrag über die Reorganisation der Kliniken in Rostock wurde das Thema Frühgeborenenmedizin nicht geregelt, sodass die Trägerschaft der vorhandenen Versorgung der Frühchen bei der Südstadt blieb. Aber, und das ist das Hauptargument der Hochschule, dieses Fachgebiet gehört zur Kindermedizin, und die ist in Rostock bei der Uni angesiedelt. Ein Konflikt, der sich über Kooperationen scheinbar nicht lösen lässt.

Dieses Thema und generell die Profilierung der Zusammenarbeit der beiden starken Gesundheitsunternehmen in Rostock werden ganz oben auf dem Tisch des neuen Verwaltungsdirektors der Südstadtklinik liegen. Ein heißer Brocken, der ihn erwartet. Denn wenn Gerüchten in der Stadt Glauben geschenkt werden darf, sollen einige Pläne schon geschmiedet sein. Angeblich gibt es Überlegungen, dass die Unimedizin das Klinikum Südstadt als Vorschaltklinik einrichtet. Das heißt, aus dem Südstadt-Krankenhaus wird eine große Poliklinik, die die Patienten für den Campus Schillingallee liefert. Das Land Mecklenburg-Vorpommern könnte der Stadt Rostock Schulden für die Übernahme ihrer Klinik in die Trägerschaft des Uniklinikums erlassen und die Stadt gibt ihr Krankenhaus auf.

„Das Klinikum hat im Abstimmung mit der Stadtverwaltung einen externen Personaldienstleister mit dem Nachbesetzungsrecruiting beauftragt“, bestätigt Senator Chris Müller (SPD). Die Kienbaum Berlin GmbH habe den Zuschlag erhalten. Noch laufe die Bewerbungsfrist. „Wir haben aber bereits eine ganze Reihe von Bewerbungen erhalten, unter denen sich einige interessante Kandidatinnen und Kandidaten befinden“, so Müller. In den nächsten Tagen soll nach seinen Worten die terminliche Abstimmung zwischen Kienbaum und der Auswahlkommission zum weiteren Fortgang des Verfahrens erfolgen. „Die derzeitigen Planungen gehen von einem fließenden Übergang bei der Nachbesetzung aus“, sagt Müller.


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