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Verwaltung der Zukunft : Online gehen statt Schlange stehen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocker Hauptamt erstellt E-Government-Strategie. Anträge per Internet möglich.

svz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Formulare runterladen, Beschwerden online loswerden, sich ummelden, den neuen Personalausweis oder Reisepass beantragen – dafür muss der Rostocker in sein Ortsamt, auch wenn es der Tagesablauf eigentlich nicht zulässt. Die Schlangen vor den fünf Ortsämtern sind oft lang. Das zerrt an Bürger und Verwaltung. Das will die Hansestadt jetzt per Internet ändern.

Mit der Rostocker E-Government-Strategie arbeitet das Hauptamt an einer Umstellung. Immer mehr Verwaltungskontakt soll über den heimischen PC, den Laptop oder das Smartphone möglich sein. Dr. Chris Müller (SPD), der neue Senator für Finanzen, Verwaltung und Ordnung, ist ein großer Befürworter. „Mein Paradebeispiel ist der Bürger, der eine halbe Stunde zum Ortsamt fährt, dort eine halbe Stunde sitzt und eine halbe Stunde zurückfährt, um sich in einer Minute eine Meldebescheinigung abzuholen“, sagt er. Wer mit der Technik gut genug vertraut sei, also gerade viele Jüngere, die damit aufgewachsen sind, der soll Anträge und Ähnliches auch von zu Hause aus erledigen können – so das Ziel von Hauptamt und Senator. Das spare den Bürgern Zeit und schone auch die Ressourcen der Verwaltung, sagt Müller.

Für 2015 bis 2020 gibt es einen Maßnahmeplan. Kurzfristig sollen ein System für digitale Archivierung, Online-Bezahlmöglichkeit und De-Mail (ein Kommunikationsmittel ähnlich der E-Mail-Technik, allerdings sicherer), mittelfristig Telearbeit, ein Serviceportal und Bürgerkonto und langfristig eine Service-App eingeführt werden.

Die zukunftsorientierte Linie wird auch für die Verwaltungsmitarbeiter eine Herausforderung. Sie müssen auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet und ausgebildet werden, um Ansprüche von Verwaltung, Bürgern und Unternehmen zu erfüllen, heißt es in der 19-seitigen Ausarbeitung zur Strategie. Das Ziel sei die Digitale Verwaltung 2025.

„E-Government ist der Weg in die Zukunft. Wir bewegen immer noch zu viel Papier, immer noch zu viele Vorgänge“, sagt Müller. Die elektronische Kommunikation sei auch ein Aspekt, den Menschen näher zu kommen. Mit vielen jungen Leuten könnte die Verwaltung so wahrscheinlich besser kommunizieren als per Brief oder Gespräch, „weil das einfach deren Lebensalltag ist“.

Für die Älteren, die den Kontakt schätzen und mit neuer Technik weniger vertraut sind, besteht aber dennoch kein Grund zur Sorge. „Wir werden immer Ortsämter mit persönlicher Beratung haben, weil es eine Reihe von Menschen gibt, die diese Art der Dienstleistung einfach benötigen.“ Aber für sie gibt es durch E-Government in Rostock auch einen Vorteil: Wenn viele das Angebot nutzen, wird die Schlange vor den Ämtern kürzer.

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