Stromfest : Oma Alma kaufte das Akkordeon

Für Akkordeonspielerin Monika Milles war das Konzert des Shantychores De Klaashahns der letzte Auftritt mit ihren Jungs.
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Für Akkordeonspielerin Monika Milles war das Konzert des Shantychores De Klaashahns der letzte Auftritt mit ihren Jungs.

Monika Milles hat sich aus dem Shantychor De Klaashahns verabschiedet / Sie möchte auch Zeit haben für ihre dreijährige Enkelin Mia

svz.de von
05. September 2015, 08:00 Uhr

Eigentlich hat ihre Oma Alma Dormann alles angezettelt: Die Liebe zur Seemannsmusik und zum Akkordeon. Denn so ein Instrument hat sie ihrer Enkelin Monika zum siebten Geburtstag geschenkt. Und damit die Leidenschaft für das Instrument geweckt. Beim gestrigen Konzert der Klaashahns zum 22. Stromfest stand die 66-jährige Monika Milles im Fokus: Für die langjährige Akkordeonspielerin war es das letzte Konzert mit dem Shantychor. Sie hört dort auf. Den Abschied von ihren Shantyjungs sieht sie mit einem weinenden und einem lachenden Auge. „Einerseits war es eine schöne Zeit, andererseits möchte ich mich jetzt meiner dreijährigen Enkelin Mia widmen.“ Akkordeon spielt sie aber weiter. Als Alleinunterhalterin wird sie hier und da zu hören sein.

Zu den Klaashahns kam sie so: Der gebürtigen Warnemünderin fiel eine Anzeige in die Hände, in der stand, dass De Klaashahns einen Akkordeonspieler suchen. Anfangs hielt sich die Begeisterung der Männer in Grenzen, dass die Bewerberin eine Frau war. „Schließlich stand im Statut, dass in dem Chor nur Männer sein dürfen“, sagt Milles.

„Wegen mir ist das Statut geändert worden“, erzählt sie. Aber sie bestand den Vorspieltest.

Dass Monika Milles musikalisches Talent besitzt, zeigte sich schon früh: „Ich war mal mit meiner Oma im Zirkus. Als die Kapelle begann, soll ich gesagt haben: ,Die spielen aber verkehrt’“. Später musizierte sie dann im Instrumentalorchester der Warnow-Werft. Nach ihrer Hochzeit 1970 hörte sie jedoch für 20 Jahre auf mit der Musik. Erst der Tod des Vaters ließ sie wieder zum Instrument greifen. Das spendete ihr Trost. „Mit einem Akkordeon kann man schöne Stimmung herbei zaubern, es bringt Freude und Gemütlichkeit mit sich“, sagt die Musikerin, die in der Sternstunde der Klaashahns mit dabei war, als der Chor 2005 den Kulturpreis erhielt.

Ihre Oma, die Mitbegründerin des Seniorenchores Warnemünde war, bat die Enkelin vor ihrem Tod, dass sie weiter Akkordeon spielen und Plattdeutsch verbreiten möge. Beides hat Monika versprochen. „Und jetzt möchte ich für meine Mia eine solche Oma sein, wie es meine Oma Alma für mich gewesen ist“, sagt Milles.

Das Drachenfest ist ein Höhepunkt des Stromfestes

Warnemünde Das 22. Stromfest in Warnemünde hält heute und morgen viel Spannendes für die Gäste parat. Dazu zählt das Drachenfest, das laut Veranstalter heute sogar von 20 bis 22 Uhr und morgen von 10 bis 18 Uhr unterhalb des Teepotts stattfindet. Täglich gibt es eine Bummelmeile am Alten Strom mit Künstlern, Händlern und Gastronomie. Der Eintritt ist frei.

Heute:

11 bis 12 Uhr und 15 bis 16 Uhr: Ukrainisches Kinder- und Jugendtanzensemble Bon Voyage, Leuchtturm

10.30 bis 12.30 Uhr: Musik von Spill, Vogtei

13 bis 15 Uhr: Kuchenbasar des Warnemünde Vereins mit der Gruppe Sing man tau und dem Duo Voss und Haas

15.30 bis 17.30 Uhr: Maritime Unterhaltung mit Mönchguter Fischköpp, Vogtei

18 bis 22.15 Uhr: Kuttersingen auf der „Chemnitz“, Mittelmole

18 bis 18.45 Uhr: De Klaashahns

19 bis 19.45 Uhr: Luv und Lee, 20 bis 20.30 Uhr: Gemeinsames Singen,

20.45 bis 22.15 Uhr: Irish Coffee, danach Höhenfeuerwerk

Sonntag, 6. September:

11 bis 13.30 Uhr: Charly mit der Drehorgel, Alter Strom

12.30 bis 13.30 Uhr:

Jorge Karena aus Kuba, Vogtei

14 bis 17 Uhr: Musik und Spaß mit den Hafenlotsen, Vogtei

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