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AKE Rheingold in Warnemünde : Oldie-Zug reist ins Seebad

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Viele Eisenbahn-Fans verfolgen die Ankunft des AKE Rheingold aus Merseburg am Bahnhof

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Beim Einfahren des Nostalgie-Zuges AKE Rheingold aus den 60er-Jahren klickten gestern die Kameras und Handys hörbar auf dem Warnemünder Bahnhof. Der Bahnsteig 4, auf dem der schmucke Zug aus Merseburg eingefahren war, war gefüllt mit Bewunderern. Sehr viele fanden sich bewusst ein, manch Urlauber hatte zufällig von der Ankunft erfahren.

Gerhard und Renate Seliger aus Lichtenhagen waren gezielt gekommen. „Das hat uns interessiert“, sagt der pensionierte Diplom-Ingenieur. Eine weitere Passantin bekam strahlende Augen, als sie davon erzählte, dass der AKE Rheingold in den 60er-Jahren bereits in Warnemünde zu Gast war. „Damals war er aber mit dem Exemplar aus den 30er-Jahren da“, verriet sie.

Panoramawagen als Schmuckstück

Zwölf Wagen hat der Zug, in denen 610 Gäste mitreisen. Seit 2016 wird der AKE Rheingold durch eine originale Rheingold-Lok der Baureihe E 10 komplettiert. „Die Lok aus dem Baujahr 1963 wurde in den vergangenen eineinhalb Jahren sehr aufwendig in Dessau aufgearbeitet und mit der für den Zug charakteristischen creme-beige-roten Farbe versehen“, erzählt Henrik Feldmann. Der 35-Jährige ist hier Zugführer. Den Job übernimmt der Eisenbahnbegeisterte neben seiner Tätigkeit im Projektmanagement der Bahn.

Er liebt seinen Job als Zugführer und arbeitet sonst im Projektmanagement der Bahn: Henrik Feldmann.
Er liebt seinen Job als Zugführer und arbeitet sonst im Projektmanagement der Bahn: Henrik Feldmann. Foto: mapp
 

Dank seiner freundlichen Art war er schon für die Auszeichnung „Eisenbahner mit Herz“ nominiert. „Ich liebe Eisenbahnen“, offenbart Feldmann. Er ist familiär vorgeprägt, gerade auf der Seite des Großvaters väterlicherseits gab es viele Eisenbahner, der Großvater mütterlicherseits war Eisenbahn-Modellbauer. „Ich mag am Thema Eisenbahn, dass es so komplex ist“, sagt Feldmann. Das reiche von der technischen Seite bis zum Thema Reisen und schließe zeitgleich den Kontakt zu den Fahrgästen ein. Und dabei gehe es sehr abwechslungsreich zu, denn das gesellschaftliche Bild spiegele sich bei so einer Zugfahrt wider. „Es ist jeder Menschentyp dabei: Die Netten, die Dauernörgler, die Unkomplizierten, die Wohlhabenden, aber auch die Armen, die sich das aber mal gegönnt haben“, sagt der engagierte Zugführer. Und während solcher Fahrten passiert so einiges: „Einmal ist bei einer Tour ein Baby im Zug geboren, es hat alles super geklappt, das Kind hat lebenslange Freifahrt von der AKE-Eisenbahntouristik bekommen“, erzählt Feldmann.

Die Zielgruppe von AKE-Eisenbahntouristik sind die Menschen ab 55 Jahre. Die meisten lieben das Eisenbahnfahren, es gibt ein breites Angebot an Sonderfahrten mit dem AKE Rheingold. Bei diesem Exemplar ist besonders der Panoramawagen mit 22 Plätzen beliebt, dessen Glaskuppel einen fantastischen Ausblick in die Landschaft bietet. „Hier kann man keine Plätze für buchen, damit alle dort mal sitzen können“, sagt Feldmann. Auch das gehört zur Qualität der Reise: „Bei uns gibt es keine Fertigwaren, hier wird alles frisch gekocht“, sagt Feldmann. Er fährt auch privat total gern Zug und reist demnächst in einem besonderen Exemplar von Rom nach Zürich.

Der AKE Rheingold kommt am 20. September noch einmal durch Rostock. „Allerdings ohne anzuhalten“, so Feldmann. Er ist es übrigens auch, der dem Zug per Trillerpfeife das Signal zum Abfahren gibt.

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