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18. Dezember 2017 | 15:51 Uhr

Ohne fleißige Hände geht es nicht

vom

svz.de von
erstellt am 05.Dez.2011 | 08:29 Uhr

Südstadt | Ihre unaufdringliche und bescheidene Art ist es, die Hannelore Mang auszeichnet. Dafür wird sie auch am Klinikum Südstadt geschätzt. Seit 2003 ist Mang dort ehrenamtliche Mitarbeiterin und begleitet schwerstkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Um Mang und ihren Kollegen einmal Danke zu sagen, überraschten die NNN gestern die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Hospiz mit Kaffee und Kuchen. Dabei bekamen die engagierten Helfer die Möglichkeit, über ihre Arbeit zu sprechen.

Immer wieder neu und anders

Wenn Mang ein Zimmer betritt, fragt sie die Bewohner stets zurückhaltend, ob sie bleiben darf. "Immer bin ich es, die zu reden beginnt", so die 74-Jährige. Ob sie mit den Hospizbewohnern dann ins Gespräch kommt, ist von vielen Faktoren abhängig. "Manchmal sitze ich einfach neben den Bewohnern und wir schweigen gemeinsam", so Mang. An anderen Tagen entlockt sie den Bewohnern sogar mal ein Lächeln oder führt mit ihnen lange Gespräche. Doch Mang weiß, dass es immer wieder gleich endet: Die Menschen, die sie besucht und denen sie ihre volle Aufmerksamkeit schenkt, sterben. Und das oft bald nach ihrem Einzug.

Obwohl alle Mitarbeiter im Hospiz wissen, dass diese Einrichtung ein Ort der Sterbebegleitung ist, ist es für viele doch immer wieder neu, wenn jemand stirbt. "Es stirbt eigentlich immer jemand, wenn ich da bin", so Jutta Wolski, die alle zwei Wochen ehrenamtlich im Hospiz arbeitet.

Unersetzlich für die Einrichtung

Jeder der 25 ehrenamtlichen Mitarbeiter im Hospiz hat eine ganz eigene Geschichte, wie er zu dieser Arbeit gekommen ist. Dr. Elisabeth Voß entschied sich auf dem Jakobsweg dazu, sterbenskranken Menschen zu helfen. "Es war die absolut richtige Entscheidung." Das glaubt auch Rita Stamm. Sie wünschte sich, dass Menschen in Würde sterben können. Ihr eigener Vater bekam dazu nicht die Chance und so zog sie Konsequenzen aus dieser negativen Erfahrung und wurde ehrenamtliche Mitarbeiterin.

Ohne sie und ihre Kollegen geht es auch nicht: Die Krankenkassen übernehmen oft nur einen geringen Anteil der Kosten, die bei einem Hospiz-Aufenthalt anfallen. So ist es dem ehrenamtlichen Engagement der Helfer zu verdanken, dass viele sterbenskranke Menschen trotzdem in einem Hospiz ihren Lebensabend verbringen können und dabei bestmöglich versorgt werden.

Doch nicht nur wegen der Finanzierungshilfen seien ehrenamtliche Mitarbeiter so wichtig in den Hospizen. Birger Birkholz leitet die Einrichtung am Klinikum Südstadt und findet, dass die Gesellschaft in die Sterbebegleitung mit eingebunden werden sollte. Er sagt: "Die Hospizarbeit ist aus dem Ehrenamt hervorgegangen und diese Tradition wollen wir hier in Rostock auch aufrechterhalten."

Alle 25 ehrenamtlichen Mitarbeiter am Hospiz des Klinikums Südstadt sind sich einig: Die Arbeit ist trotz vieler, schwerer Momente erfüllend.

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