Bus, BAhn und Fähre : Öffentlicher Nahverkehr wird teurer

Eine normale Fahrt auf der Fähre von Kapitän Uwe Jolk nach Hohe Düne soll weiterhin 1,30 Euro kosten.
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Eine normale Fahrt auf der Fähre von Kapitän Uwe Jolk nach Hohe Düne soll weiterhin 1,30 Euro kosten.

Ab April gelten neue Ticketpreise in Rostock und der Region. Die Einzelfahrkarte soll zehn Cent mehr kosten.

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01. März 2014, 06:00 Uhr

Der Verkehrsverbund Warnow (VVW) zieht zum 1. April die Preise an. Betroffen ist davon auch die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG). Sie schlägt zehn Cent auf die normale und ermäßigte Einzelfahrkarte auf, die damit künftig 1,90 beziehungsweise 1,40 Euro kostet. Der Preis für die Kurzstrecke bleibt unverändert bei 1,40 Euro. „Wir müssen die inflationär bedingten Kosten ausgleichen“, sagt VVW-Geschäftsführerin Andrea Doliwa.

So seien beispielsweise die Ausgaben für Strom, Sprit, Personal und neue Fahrzeuge gestiegen, sagt Jochen Bruhn, Kaufmännischer Vorstand der RSAG. Eine Preisanpassung nach zwei Jahren Stabilität bei Einzel- und Tageskarten sei unumgänglich. Im Schnitt betrage der Anstieg im gesamten VVW 1,8 Prozent. „Es gibt nur zwei Wege: Entweder eine Erhöhung des Zuschusses durch die öffentliche Hand oder die Erhöhung der Preise“, so Bruhn.

Eine revolutionäre Neuerung gibt es bei den Wochen- und Monatskarten: Die fünf Rostocker Zonen werden künftig zu einer stadtweiten Zone zusammengefasst. Das bisherige, vergünstigte Ein-Zonen-Zeitfahrticket entfällt. Erhältlich sind nur noch die zwei beziehungsweise vier Euro teureren Wochen- und Monatskarten zum bisherigen Gesamt-Rostock-Tarif. Gewinner dieser Umstellung sind die Nutzer, die von außerhalb nach Rostock fahren. Sie müssen nun in jedem Fall nur noch eine einzige Zone zusätzlich lösen. „Das ist eine sehr starke Vereinfachung für den Kunden“, sagt Doliwa. Rund 80 Prozent der Nutzer in diesem Segment würden davon profitieren.

Von den Preissteigerungen betroffen sind auch die Rostocker Schüler. Ihr Ticket wird um einen Euro teurer, kostet damit umgerechnet 85 Cent pro Tag. Grund für diesen Anstieg ist der jährlich um zwei Prozent sinkende Zuschuss vom Land, der so aufgefangen werden soll. Ganz vom Markt genommen wird die 9-Uhr-Monatskarte. Ihre Verkaufszahlen seien unter anderem durch das Mobil60-Ticket stark gesunken. Der jetzige Schritt soll zudem dazu beitragen, das Sortiment übersichtlicher zu gestalten – auch im Hinblick auf Pläne für ein elektronisches Ticketsystem. Das ist derzeit in Vorbereitung und soll beispielsweise die Bezahlung per Handy ermöglichen. Die erste Grundvoraussetzung – der Aufbau einer Tarifdatenbank – ist mittlerweile geschaffen.

Ebenfalls als Vorbereitung werde derzeit aber noch an einem Echtzeit-Informationssystem gefeilt, das den Kunden nicht nur die planmäßigen, sondern auch die realen Abfahrtszeiten von Bussen, Bahnen und Fähren im gesamten VVW anzeigt. „Allein in Rostock gibt es 500 Haltestellen, die alle miteinander verknüpft werden müssen“, sagt Bruhn. In der Region kämen noch einmal mindestens 500 hinzu. Das neue System soll im Laufe des Jahres freigeschaltet werden, der elektronische Ticketverkauf wird dann später folgen. „Wir müssen noch mehr Service bieten und auf die Kunden zugehen“, so Bruhn.

2013 hat die RSAG mit mehr als 39,4 Millionen gezählten Kunden ein Plus von rund 100 000 im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Werden die Umstiege abgezogen, rechnet Bruhn mit real rund 36 Millionen Fahrgästen. „Eine große Rolle spielt immer die Witterung“, sagt der RSAG-Chef. Allein im milden, fast schneefreien Dezember sei die Zahl der Fahrten um 200 000 im Vergleich zu 2012 gesunken.

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