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Arbeitnehmer in Rostock : Öffentlicher Dienst droht mit Streik

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Protestkundgebung von Deutschem Beamtenbund und Tarifunion vor zweiter Verhandlungsrunde

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Lautstark haben gestern Mittag gut 50 Mitarbeiter verschiedenster Bereiche des öffentlichen Dienstes auf dem Neuen Markt protestiert. Nach dem Scheitern der ersten Tarifrunde waren sie der Einladung vom Deutschen Beamtenbund (DBB) und der Tarifunion gefolgt, um der Forderung nach sechs Prozent mehr Gehalt Nachdruck zu verleihen. Laut Angaben des DBB sind in der Hansestadt etwa 3500 bis 4000 Angestellte von den Tarifverhandlungen betroffen.

„Die Protestkundgebung heute ist nur ein Appetithäppchen, damit die Arbeitgeber vor der nächsten Verhandlungsrunde am Montag und Dienstag in Potsdam wissen, wo der Hammer hängt“, so DBB-Verhandlungsführer Willi Rust, der vor allem verhindern will, dass die Arbeitgeber wie geplant in die Zusatzversorgung der Beschäftigten eingreifen. Gefordert würden außerdem sechs Prozent mehr Lohn, 100 Euro mehr und 30 Tage Urlaub für die Auszubildenden sowie deren unbefristete Übernahme. „Wir brauchen Mann und Maus, denn der öffentliche Dienst vergreist und ist nicht attraktiv genug“, so Russ.

Dem stimmt auch Heiko Look zu. „Es muss unbedingt eingestellt werden“, sagt der Ortsverbandsvorsitzende der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft (BDZ). Nicht nur, weil in den kommenden Jahren eine große Zahl der Angestellten aus Altersgründen aus dem Arbeitsleben ausscheidet „und die Zurückbleibenden das gar nicht abfangen können. Sondern auch, weil immer weniger Mitarbeiter immer mehr Arbeit machen müssen“, so Look. Beim Zoll seien beispielsweise Aufgaben wie die Kontrolle der Einhaltung des Mindestlohns und der Schwarzarbeit dazugekommen, aber nicht in entsprechendem Maße auch Personal.

Nicht nur ein verbales, sondern auch ein monetäres Dankeschön für die Mehrarbeit der Beschäftigten – besonders innerhalb der Flüchtlingsproblematik – fordert Dietmar Knecht, Landesvorsitzender MV des DBB. Und Willi Russ ergänzt: „Wenn die Kanzlerin sagt ,Wir schaffen das‘, sagen wir ,Wir machen das aber nur noch für eine ordentliche Bezahlung im öffentlichen Dienst‘.“

In mehrerer Hinsicht von den Verhandlungen betroffen ist Roland Methling (parteilos). „Auch als Oberbürgermeister halte ich es für richtig und wichtig, dass Leistungen und Engagement auch die notwendige finanzielle Anerkennung finden. Dazu gehört aber auch das notwendige Augenmaß der Verhandlungspartner“, so Methling, der als Vorsitzender des Kommunalen Arbeitgeberverbandes MV in Potsdam mit am Verhandlungstisch sitzt. Sollte auch die zweite Runde nächste Woche scheitern, drohen bis zum dritten Termin am 30. April deutschlandweite Warnstreiks.

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