Rostock : Obere Warnowkante im Stand-by

Dick umrandet ist das aktuelle Plangebiet, grau gekennzeichnet, was sich verändert hat. Viel Wald kam dazu, ein schmales Stück und dafür fiel ein Bereich weg. Grafik: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0
Dick umrandet ist das aktuelle Plangebiet, grau gekennzeichnet, was sich verändert hat. Viel Wald kam dazu, ein schmales Stück und dafür fiel ein Bereich weg. Grafik: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0

Stadtplaner legen neue B-Plan-Variante für Gehlsdorfer Wohngebiet vor. Ausschuss will verlässliche Daten zum Beschluss auf den Tisch

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27. Juni 2017, 12:00 Uhr

Um ein neues Wohngebiet in Gehlsdorf erschließen zu können, basteln die Rostocker Stadtplaner bereits seit zwei Jahren an einem entsprechenden Bebauungsplan (B-Plan) für die Obere Warnowkante. Zu Beginn gab es Streit mit Anliegern der Pressentinstraße, die 90 Prozent der Kosten für eine neue Durchfahrt im Wohngebiet tragen sollten. Später stritten Planer und Forstamt um Ausgleichsflächen für beanspruchte Waldgrundstücke. Jetzt ist die neue B-Plan-Variante zwar fertig, muss aber wegen eines Formfehlers noch einmal neu ausgehängt werden.

„Einem aufmerksamen Rechtsvertreter ist aufgefallen, dass die Frist zwischen der Bekanntmachung und der Auslegung nach Baugesetzbuch um einen Tag zu kurz war“, hat Dürten Schölens, Sachgebietsleiterin Flächennutzungsplanung im Amt für Stadtentwicklung, den Bauausschuss der Bürgerschaft in seiner jüngsten Sitzung informiert. Gleichzeitig legte sie eine Kopie des neuen Plans vor und fasste zahlreiche „kleine Änderungen“ wie eine Vergrößerung des betroffenen Waldstücks mitsamt eines ganz neuen Grünordnungsplans (GOP) knapp für die Ausschussmitglieder zusammen. „Wenn Sie mich fragen, sind das keine ,kleinen Veränderungen‘. Wir sprechen hier über einen komplett neuen GOP“, warf Straßenmeister Helge Bothur (Linke) ein. Zudem sei es von den ehrenamtlichen Bürgervertretern schlicht zu viel verlangt, nach dem Feierabend einem mündlich vorgetragenen Fachreferat ohne Probleme folgen zu können.

Auch der Ausschussvorsitzende Frank Giesen (CDU) kritisierte: „Sie können uns nicht nur von irgendwelchen Änderungen erzählen und wir sollen Ihnen das dann alles glauben. Wir brauchen etwas Schriftliches – zum Beispiel eine vernünftige Informationsvorlage“, forderte der stellvertretende Bürgerschaftspräsident. Die soll das Stadtplanungsamt zur Sizung im August vorlegen, mit einer Aufschlüsselung aller Neuerungen.

An der Oberen Warnowkante sind insgesamt 120 neue Wohnungen geplant. Zwei- bis viergeschossige Häuser sollen auf dem Gelände der ehemaligen Produktionsgenossenschaft des Handwerks Waterkant entstehen.

Kommentar von Nicole Pätzold: Ist das nötig?
Ein Bürger hat den Spieß mal umgedreht und die Verwaltung mit einem Formfehler dranbekommen. Wenn der mal nicht von der Bürgerinitiative ist, die sich gegen die Bebauung in geplanter Form gewehrt hatte. Durch ihn verzögert sich das Projekt. Die geforderte Information des Bauausschusses ist aber keine Verzögerung. So viel Änderung verlangt klare Erklärungen.
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