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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. September 2017 | 22:13 Uhr

Theater Rostock : OB kündigt Musiker-Tarif

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Orchestervereinigung klagt gegen Vertragsverletzung. #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 09.Feb.2017 | 21:45 Uhr

Der Haustarif und damit Kündigungsschutz für die Musiker der Norddeutschen Philharmonie steht vor dem Aus. Per Eilentscheidung hat Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) als Gesellschaftervertreter einer Teilkündigung des Vertrags von 2014 zum 31. Juli zugestimmt. Darin hatten die Musiker auf Gehalt verzichtet – im Gegenzug für die Sicherheit sowie ständige Besetzung aller 73 Stellen bis Mitte 2020 und mehr Freizeit.

Das Problem: „Seit mehr als einem Jahr sind nur 68 Stellen besetzt“, sagt Theater-Aufsichtsratsvorsitzende Sybille Bachmann (Rostocker Bund). Deswegen sei die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) als Vertragspartner im September vors Arbeitsgericht gezogen – und habe die Theater GmbH sowie die Stadt als alleinige Gesellschafterin unter Druck gesetzt. Methling erklärt in einer Vorlage für die Bürgerschaftssitzung am 1. März: „Die Teilkündigung war erforderlich, um finanzielle Risiken abzuwenden.“ Die lägen bei 702 000 Euro. Außerdem habe der Haustarifvertrag dem Konzept von Intendant Joachim Kümmritz entgegengestanden. Er will die Musikerzahl auf bis zu 59 reduzieren. „Das ist mit dem Haustarifvertrag nicht vereinbart“, erklärt Methling. Er nutzt eine Klausel im Vertrag, nach der dieser mit sechs Monaten Vorlauf zum 31. Juli 2017 gekündigt werden darf. Folge: Für die Orchestermitglieder besteht kein Kündigungsschutz mehr, ihre zusätzlichen freien Tage entfallen und auch Grundgehalt sowie Zulagen werden nicht mehr zu Beginn jeden Jahres angehoben. Dafür haben sie ab August wieder Anspruch auf eine volle Einmalzahlung in Höhe von 72 Prozent des Gehalts.

Der Aufsichtsrat hatte die Teilkündigung ebenfalls empfohlen. Aber nur aus rechtlichen Gründen und nicht, um den Weg für das Kümmritz-Konzept frei zu machen, so Bachmann. Denn dem habe das Gremium sowieso nie in der vorliegenden Form zugestimmt: „Seine Konzepte haben lauter Auflagen bekommen.“ Die DOV-Verhandlung vor dem Arbeitsgericht findet am 1. März statt.

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