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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2017 | 23:44 Uhr

OB-Kandidaten im kulturellen Kreuzverhör

vom

svz.de von
erstellt am 17.Jan.2012 | 10:17 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Zum Bersten gefüllt ist gestern Abend die Bühne 602 gewesen. So sehr, dass Martina Witte, Chefin der Compagnie de Comédie, noch Stühle in den Saal tragen lassen musste, während im Foyer die letzten Plätze vor der Videoleinwand bereits besetzt waren. Kein Wunder, denn Thema des OB-Kandidaten-Forums sollte die Kultur sein, und das ist in Rostock stets heiß umstritten.

SPD-Bewerber träumt vom Mindestlohn

Dass sich am Ende doch auch immer wieder die Finanzpolitik in die Diskussion einschlich, diagnostiziert Linke-Kandidatin Kerstin Liebich schon fast als so etwas wie rostock-typisch. "Man könnte den Eindruck gewinnen, kulturelle Identität bedeutet in der Hansestadt Rostock Haushaltskonsolidierung", sagt Liebich, die viele Jahre in Berlin gelebt hat und somit sozusagen von außerhalb auf die Stadt blickt. So weit weg von der Realität scheint sie mit diesem Urteil nicht zu liegen, denn oft ging es auf dem Podium vor allem um eins: Finanzen. Die Förderung der freien Kulturszene, da waren sich alle Kandidaten einig, müsse zumindest fortgeführt werden. Vor zu großer Sparangst warnte der Einzelbewerber Toralf Vetter. SPD-Kandidat Dr. Ait Stapelfeld ging sogar so weit, einen Mindestlohn für die Mitarbeiter der freien Kulturträger ins Gespräch zu bringen: "Sie müssen für das, was sie für die Stadt tun, entsprechend belohnt und entlohnt werden." Er verkündete, künftig nicht nur 7,5 Prozent wie bisher, sondern zehn Prozent des Haushalts für Kultur aufwenden zu wollen.

Grüner Herausforderer will Leitbild schaffen

Vor allem müsse in Rostock eine kulturelle Identität, ein Leitbild geschaffen werden, erklärte Grünen-Kandidat Christian Blauel. Eine breite Diskussion innerhalb der Stadt und mit dem Umland sei dafür nötig. "Einen solchen Prozess möchte ich gern moderieren", so Blauel.

Amtsinhaber Roland Methling (parteilos) musste sich vor allem Kritik darüber gefallen lassen, dass Beschlüsse der Bürgerschaft nicht zügig genug umgesetzt würden. Beispielsweise in Sachen Frieda 23 moniert Herausforderin Karina Jens von der CDU: "Es war hier sehr viel Druck von der Bürgerschaft nötig." Methling verteidigte sich. Er versprach unter anderem, dass das Liwu, welches derzeit ohne Domizil dasteht, seine Filmvorstellungen ab Mai in der Halle 207 geben könnte. Außerdem, so Methling: "Wir haben die Kraft, bis 2018 einen Theaterneubau zu eröffnen."

Die parteilose Kandidatin Dr. Sybille Bachmann mahnte, ein kulturelles Schlaraffenland werde es trotz entspannterer Haushaltslage nicht geben: "Und wenn heute Großes versprochen wird, dann ist das schon auch ein bisschen Wahlkampf."

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