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#wirkoennerichtig hafen : Nur Rostock legte deutlich zu

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Jahresbilanz der Häfen in MV im Vergleich: Insgesamt weiter auf Rekordniveau, aber differenzierte Ergebnisse. Mukran Port im Wandel.

svz.de von
erstellt am 18.Jan.2017 | 16:00 Uhr

Wenn auch das Rekordergebnis von 2015 nicht ganz erreicht wurde, lag die Umschlagbilanz der Häfen in MV auch im vergangenen Jahr auf Rekordniveau. Insgesamt 39,16 Millionen Tonnen stehen für die Umschlagbetriebe des Landesverbandes zwischen Wismar und Ueckermünde zu Buche. Das sind lediglich ein Prozent weniger als im Vorjahresvergleich. Dazu kommen noch 178 000 Tonnen aus Greifswald-Ladebow, deren Betreiber, die RZU aus Rostock, nicht Mitglied des Verbandes ist.

Die einzelnen Hafenunternehmen haben aber sehr differenziert zum erfreulichen Gesamtergebnis beigetragen. Und die Zahlen allein spiegeln auch nicht die Leistungen vollständig wider. Hier ein Überblick:

Allein 26,8 Millionen Tonnen gingen im Rostocker Seehafen über die Kaikanten. Das war ein imposanter Zuwachs von sieben Prozent. Vor allem Fähr- und RoRo-Verkehre bestimmten hier zu 60 Prozent die Szenerie, aber auch bei Flüssig- und Schüttgütern legte der größte Hafen des Landes zu. Der Getreideumschlag war trotz schlechter Ernte mit etwa 3,5 Millionen Tonnen wieder bemerkenswert. Im Stückgutumschlag hatten unter anderem Bleche und Brammen Gewicht, aber auch 823 000 Tonnen Papier wurden umgeschlagen - 207 000 Tonnen mehr als 2015. Zudem spielten Projektladungen für Liebherr und die Verladung von Windkraftanlagen eine wichtige Rolle. Mit dem weiteren Ausbau seiner Infrastruktur will Rostock Port unter anderem mit Kapazitätserweiterungen im Getreideumschlag und dem Ausbau der Hafenzufahrt Voraussetzungen für weiteres Wachstum schaffen.

Der Rostocker Fischereihafen konnte Einbußen im Holzumschlag durch andere Güter nahezu ausgleichen.

Nur leicht rückläufig (minus acht Prozent) ist auch das Stralsunder Umschlagergebnis, wo 1,63 Millionen Tonnen abgerechnet wurden. Geschäftsführer Sören Jurrat verwies auf die strategische Ausrichtung zum Universalhafen durch eine breitgefächerte Güterstruktur von Baustoffen, Düngemitteln, Stahl und Blechen bis zu Tiefkühlfracht. Prägend aber war hier auch 2016 der Export von synthetischen Gipsen, der mit der Energiewirtschaft auch für die nächsten fünf Jahre vertraglich vereinbart wurde.

Mit einem Umschlageinbruch auf 186 500 Tonnen führten Einbußen im Getreideumschlag den Hafen Wolgast zum zweitschlechtesten Ergebnis seit 25 Jahren. Geschäftsführer Hellmut Heinz musste erleben, dass die kleineren Verschiffungen von Qualitätsweizen weniger gefragt waren, Großtonnage zur Bedienung außereuropäischer Märkte über Rostock für die Großhändler effektiver war.
Auch im kleinen Hafen am Greifswalder Bodden bestimmen Agrarprodukte den Umschlag. Die Vorjahresleistung wurde nur um etwa 80 000 Tonnen verfehlt, erklärt Henning Bligenthal, der mit der Viela Export in Mukran, einem Unternehmen des BayWa-Agrarhandels und der Bligenthal GbR, wiederum 400 000 Tonnen mehr abrechnen konnte. Für einen dritten Liegeplatz in Vierow läuft das Notifizierungsverfahren. Eine neue Halle und eine neue Bandanklage - eine 1,8-Millionen-Investition - sind bereits in Betrieb. Die Anlage eines Lkw-Platzes wird noch für dieses Jahr angesteuert.

Der Hafen Wismar bewegte wasserseitig eine Gütermenge von fast 3,4 Millionen Tonnen und lag damit rund zehn Prozent unter der Vorjahreszahl. Über alle Verkehrsträger (Schiff, Bahn, Lkw) wurde ein Umschlag von 7,1 Millionen Tonnen erreicht. Die Pleite des Holzverarbeiters German Pellets schlug ebenso zu Buche wie die gesamtwirtschaftliche Situation. Für 2017 hält der Hafen mit geplanten 3,6 Millionen wasserseitiger Tonnage optimistisch an seinem Wachstumsziel fest. In ein neues operatives IT-System wurde investiert. Die Bauarbeiten laufen bisher termingerecht. Die Rammarbeiten laufen voraussichtlich bis Ende Februar. Im Frühjahr soll der Ausbau des Kreuzfahrtanlegers starten. Besonderen Stellenwert hat die Fahrrinnenanpassung der Wismarbucht.

Der Wandel zum Universalhafen schreitet im Mukran Port weiter voran, was an der Statistik schlecht ablesbar ist. Riesige Rohre, Turbinen, Turmsgemente und Rotorblätter für Offshore-Projekte sind hier unübersehbar. Die Vorbereitungen für den Bau des Wikinger-Windparks sind in vollem Gange. Für Eon läuft ein weiteres Windpark-Projekt an. Ein türkischer Ansiedler baut ein Werk für Kunstoffrohre. Für Nord Stream sollen im Hafen auch wieder 90 000 Stahlrohre lagern und mit Beton ummantelt werden. Für den Getreideumschlag großer Bulker wurde ein Schüttgutterminal eingeweiht und der Bau eins Schwerlastkais begonnen.

Baustoffe, Düngemittel und Ölprodukte bestimmen das Umschlaggeschehen in Greifswald. RZU-Geschäftsführer Michael Ott verzeichnet insgesamt über alle Positionen eine leichte Steigerung von sechs bis sieben Prozent. Probleme bereitet seit vorigen Oktober die versandete Zufahrt, die die Schiffstiefgänge auf fünf Meter minimierte. Ott hofft auf eine Entscheidung des Wasser- und Schifffahrtsamtes zur Wiederherstellung des alten Tiefganges von 5,70 Metern, um die Wettbewerbsbeschränkung wieder aufzuheben.

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