Rostocker fürchten um ihre Hausnummern : Nummern-Chaos im Nordwesten

Ab und zu die falsche Post im Kasten: Bei Anwohnern der Mühlenstraße wie Gert Neurohr sorgt das Thema Straßenumbenennung oder Neunummerierung für Verunsicherung.
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Ab und zu die falsche Post im Kasten: Bei Anwohnern der Mühlenstraße wie Gert Neurohr sorgt das Thema Straßenumbenennung oder Neunummerierung für Verunsicherung.

Die Einwohner von Evershagen sind verunsichert, denn die Häuser in der Mühlenstraße sollen neu beziffert werden. Auch die Umbenennung einzelner Abschnitte ist möglich.

svz.de von
01. März 2016, 08:00 Uhr

Auf der Suche nach der richtigen Adresse standen Taxifahrer, Krankenwagen oder Paketboten schon manchmal verwirrt in der Evershäger Mühlenstraße, denn durch die nachträgliche Bebauung ist die Hausnummernfolge unübersichtlich geworden. Die Nummern 1 bis 3 sind schon mit Buchstaben von a bis d ergänzt worden, dazwischen sollen noch weitere Häuser entstehen. Die Hansestadt will für klare Verhältnisse sorgen, indem sie den Straßenzug umnummeriert oder einzelne Abschnitte umbenennt. „Nur durch ein systematisches und nachvollziehbares Ordnungsprinzip sind die Anforderungen zum Brand-, Gesundheits- und Katastrophenschutz, zur Postzustellung und zur persönlichen Erreichbarkeit zu erfüllen“, heißt es aus dem Katasteramt.


82 Bewohner sind betroffen


Die Anwohner sind verunsichert: „Wir haben zwar ab und zu mal falsche Post im Kasten, aber das passiert überall mal, vielleicht wenn unser Postbote im Urlaub ist. Der kennt die Nummern eigentlich“, sagt Gert Neurohr. Aufmerksam geworden sind er und andere Anwohner der Mühlenstraße durch ein Schreiben im Briefkasten. „Es würde ein Treffen stattfinden und wer mitreden wolle, solle dazukommen“, erinnert sich der Rentner. Auf der Ortsbeiratssitzung hatten sich viele der 82 Bewohner in 42 Häusern besorgt, teilweise erzürnt gezeigt. „Die meisten fragen sich, ob das wirklich nötig sei und was im Zuge einer Umstrukturierung alles auf sie zukommt“, sagt Niels Schönwälder, Ortsbeiratsvorsitzender in Evershagen. Ein neuer Personalausweis mit neuer Anschrift sei nur die Spitze des Eisbergs: „Das Gerenne zu den Ämtern wäre natürlich lästig, aber wir fragen uns vor allem, wer die Kosten für die Änderungen übernimmt“, so Neurohr. Die Stadt gibt teilweise Entwarnung: „Alle Ver- und Entsorger, die Post, Telefon- und Kabelbetreiber werden durch die Stadtverwaltung benachrichtigt“, heißt es aus dem Rathaus. Änderungen im Ausweis und der Zulassung sowie bei Banken oder Versicherungen müssten die Betroffenen selbst veranlassen. Die Änderung des Ausweises sei kostenfrei, die der Kfz-Zulassung koste etwa elf Euro.


Anhörung im März, Entscheidung im April


Generell würden Straßen äußerst selten umbenannt. Die letzte umfangreiche Umbenennung erfolgte 1991/1992, als auf Beschluss der Bürgerschaft Straßennamen nach Personen aus der DDR-Zeit geändert wurden. Die Umnummerierung einzelner Häuser erfolge aufgrund des regen Baugeschehens in der Stadt regelmäßig, so die Informationen aus dem Katasteramt.

Was im Falle der Mühlenstraße passiert, entscheidet sich in den nächsten Wochen. „Im März werden alle Betroffenen angehört. Wenn keine Gründe genannt werden, die einer Umbenennung und Umnummerierung entgegenstehen, wird der Bescheid zur Adressänderung erlassen“, heißt es aus dem Rathaus. Generell gelte: Die Festlegung von Adressen sei nicht von der Zustimmung der Betroffenen abhängig. Trotzdem sollen die Änderungen im Sinne der Betroffenen möglichst gering gehalten werden. Sollte eine Umbenennung erforderlich sein, wird der Ortsbeirat hinzugezogen. Eine Entscheidung könne aufgrund ordnungsrechtlicher Prinzipien auch gegen die Interessen der Anlieger getroffen werden. Eine Entscheidung solle im April fallen.


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