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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 09:49 Uhr

Rostock : Nordwasser geht in die Offensive

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Wasserdienstleister bezieht Stellung zu angeblichem Durchführungsverbot. Neues Logo, neue Räume und ein optimistisches Team gibt es bereits. #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 07.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Eigene Büros, ein festes Kernteam, ein Logo, bald eine Imagekampagne – Die Nordwasser GmbH drängt nach vorn, auch um Unsicherheiten entgegenzuwirken. „Sie hat seit ihrer Gründung vor drei Jahren viel Gegenwind erfahren“, sagt Katja Gödke, die mit Jochen Bruhn die Geschäfte führt.

Die Stadt hatte der privaten Eurawasser Nord GmbH nach 25 Jahren den Vertrag gekündigt und will mit Nordwasser das Wassergeschäft rekommunalisieren. Gegenwehr kam vom Eurawasser-Mutterkonzern Remondis – erfolglos. „Jetzt gibt es beihilferechtliche Vorwürfe“, sagt Gödke. „Aber es gibt kein Durchführungsverbot.“ Der städtische Lenkungskreis, dem zum Beispiel Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) angehört, hatte den Warnow-Wasser- und Abwasserverband (WWAV), dessen Chefin Gödke auch ist, bereits beauftragt, beihilferechtliche Fragen zu klären. „Wir haben eine Anmeldung an das Landeswirtschaftsministerium geschickt.“ Von da aus ging es zum Bundesministerium. „In dem Verfahren wurden wir rechts überholt: vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE). Der reichte Beschwerde ein, fürchtete, dass der Wettbewerb außer Kraft gesetzt wird, wenn Nordwasser übernimmt. Die Geschäftsführer zeigen sich gelassen. Zum einen, und das wisse das Bundeswirtschaftsministerium natürlich: „Wenn diese In-House-Vergaben auf den Prüfstand gestellt werden, dann betrifft es Hunderte Modelle bundesweit“, sagt Gödke. Zum anderen: Der WWAV habe ja vorsorglich schon eine No-Aid-Anmeldung abgegeben. In der Beschwerde „finden wir darin nichts Neues“.

„Und selbst, wenn es beihilferechtliche Probleme geben sollte, was wir alle nicht annehmen, kann es weitergehen“, sagt der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Christian Reinke (SPD). „Wenn uns einer sagt, dass wir etwas ändern müssen, machen wir das“, versichert Gödke. Sollte das nicht genügen, würde der WWAV übernehmen und könne anders als kursierte auch Gewinne an die Stadt abführen. 9,5 Millionen jährlich sind das allein für Rostock, dazu müssten rund 2,4 Millionen Euro für die Umlandgemeinden kommen. Nordwasser arbeitet aktuell schon mit einem Kernteam aus sieben Mitarbeitern im Haus der Innovationen in der Carl-Hopp-Straße 19 a. Zum 1. Januar übernehmen Michaela Link als kaufmännische Geschäftsführerin und Wolf-Thomas Hendrich als technischer Geschäftsführer Nordwasser. Ab 1. Juli 2018 soll die das kommunale Wassergeschäft aufnehmen – dann in den Räumen in der Carl-Hopp-Straße 1, wo aktuell Eurawasser agiert. Ziel: 320 Mitarbeiter. Der WWAV wird die Trink- und Abwassergebühren erheben. Die Dienstleistung macht Nordwasser.

Bruhn und Gödke gehen von zehn Prozent Gebührensenkung aus – „weil wir bestimmte Umlagen, die Remondis hat, nicht haben“. In den nächsten Jahren sollen außerdem technische Konzepte weiterentwickelt werden, so Gödke. Die Klärgrube sei beispielsweise gut ausgelastet.



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