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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 13:28 Uhr

Gefährdung : Nordosten: „Wir wollen Gleichheit“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Planungen für Feuerwache 10 liegen momentan auf Eis. Die Rostocker Ortsbeiräte prangern Sicherheitsmanko im Vergleich zu Stadtmitte und Co an.

svz.de von
erstellt am 16.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Wenn es im Nordosten brennt, müssen die Menschen auf die Feuerwehr warten. Denn dort kommt sie deutlich später an als in Stadtmitte – ein Zustand, der schon seit Jahren währt und an dem sich etwas ändern sollte. Schon 2009 beschloss die Bürgerschaft den Bau der Feuerwache 10 im Dierkower Damm. Er verzögerte sich, auch wegen Änderung des Bebauungsplanes. Der Bau sollte zuletzt erst 2018 nach einem Entwurf des Architekturbüros Bastmann und Zavracky fertig sein und liegt jetzt ganz auf Eis. Das Land verweigert die Förderung. Und die Stadt? – „Tut nichts“, sagt Uwe Friesecke, der Ortsbeiratsvorsitzende von Dierkow Ost/West.

„Dabei ist die Berufsfeuerwehr eine Pflichtaufgabe der Kommune“, sagt er. Er hat sich mit vier anderen Ortsbeiratsvorsitzenden zusammengeschlossen. Die Bürgerschaft hat jetzt einen Antrag auf dem Tisch. Sie ist von den Beiräten Dierkow Ost/West, Dierkow Neu, Gehlsdorf, Toitenwinkel und Brinckmansdorf
aufgefordert, den Oberbürgermeister in die Spur zu schicken. Er soll die planungstechnische Voraussetzung für die Feuerwache schaffen und die Finanzierung klären. Der Handlungsbedarf ist groß, findet auch Wolfgang Westphal, Leiter des Ortsamtes Ost. „Die vorgebenen Zeiten, wann die Einsatzkräfte da sein sollen, passen nicht“, sagt Westphal. Und die Zahlen des Brandschutz- und Rettungsamtes geben ihm Recht. Nur in 6,3 Prozent der Fälle war die Feuerwehr bei Wohnungsbränden gemäß der zeitlichen Vorgabe zur Stelle. Das bedeutet: acht Minuten nach der Alarmierung. In Stadtmitte und Co schaffte sie es in 74 Prozent der Fälle. Der Grund für die Verspätung liegt klar nicht bei den Feuerwehrleuten, sagt Friesecke. Die geografische Lage ist schlichtweg ungünstig. Die Wehren rücken aus Südstadt oder Überseehafen an. Deswegen brauche es die Wache.

„Die Stadt weiß, dass sie einen Mangel hat und hat ihn nicht behoben“, so der Beiratsvorsitzende. „Wenn es brennt und jemand stirbt, der unter normalen Bedingungen hätte gerettet werden können, hat die Stadt ein richtiges Problem“, sagt Friesecke.

Benachteiligt sind die Viertel der Antragssteller doppelt. Die Stadt ist in Risikogruppen unterteilt: Stadtmitte oder auch Schmarl sind in der Gruppe A. Dort müssen zehn Feuerwehrleute nach acht Minuten da sein, im Nordosten oder Brinckmansdorf nur sechs Leute. „Wir sind Kategorie B, als wären wir Menschen zweiter Klasse“, so Friesecke, „aber wir wollen gleich behandelt werden und brauchen die Feuerwache 10.“

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