Nordkreuz bekommt saniertes WC

<strong>Diese Toilette aus Lütten Klein</strong> soll nach Warnemünde umziehen und saniert werden.
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Diese Toilette aus Lütten Klein soll nach Warnemünde umziehen und saniert werden.

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25. Juni 2012, 08:37 Uhr

Warnemünde | Am Nordkreuz nimmt der Parkplatz für elf Reisebusse Form an. Spätestens zur Fertigstellung soll an diesem Umsteigepunkt auch eine moderne Toilette stehen. Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hat den Vorschlag eingebracht, einen WC-Container aus Lütten Klein auf die Grünfläche hinter den Fahrradständern umzusetzen. "Er soll neu verkleidet, innen saniert und insgesamt aufgewertet werden", sagt Silva Burmeister vom Amt für Umweltschutz. "Wie er jetzt aussieht, bleibt er keinesfalls", fügt sie hinzu.

Doch noch ist die Finanzierung ungeklärt: Für das Vorhaben werden insgesamt 28 500 Euro benötigt. Die Stadt hat mittlerweile die Erbauer angeschrieben, darunter die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG). "Wir haben der Stadt mitgeteilt, dass wir kein Geld geben, wir müssen das nicht begründen", sagt RSAG-Sprecherin Beate Langner.

Die Warnemünderin Magdalene Flemming vom Umweltausschuss des Ortsbeirates sieht in diesen Containern keine Dauerlösung. "Das kann nur eine Übergangslösung sein", sagt die Frau, die sich seit Jahren für die Verbesserung der WC-Situation einsetzt. "Hier kommen so viele Kreuzfahrtpassagiere hin, steigen unzählige Menschen zwischen Bussen und S-Bahn um", sagt sie. Auch der Warnemünder Dr. Klaus-Diether Seiler drängt auf eine Verbesserung in puncto Toiletten. "Rostock erhält so viele Steuern aus Warnemünde, da darf man die Kuh nicht nur melken, sondern muss sie auch füttern", sagt Seiler. Im Klartext heißt das aus seiner Sicht: Warnemünde braucht sanitäre Anlagen, die dem internationalen Standard entsprechen. "Die bisherigen Holzbuden schrecken die Leute ab, deshalb verrichten viele Menschen in den Büschen und auf den Wegen ihre Notdurft", so Seiler. Eine ähnliche Situation herrscht auf dem Parkplatz bei der Jugendherberge.

Busunternehmer Peter Kofahl ist seit Jahren mit seinen Bussen unterwegs. "Für eine touristische Infrastruktur sind solche öffentlichen Toiletten zwingend erforderlich", sagt er. Auch wenn Bord-Toiletten rund um die Uhr zur Verfügung stehen, scheuen manche Gäste die Nutzung und warten auf solche Plätze. "Und Warnemünde als ein touristischer Magnet braucht an so einem stark frequentierten Platz eine Toilette", sagt Kofahl.

Ob das Container-Klo aus Lütten Klein eine Dauerlösung wird oder nicht, ist noch offen. "Soweit diese künftige Anlage den Bedarf deckt, wird keine neue errichtet werden müssen", sagt Burmeister vom Umweltamt.

Für Dieter Neßelmann (CDU) vom Ortsbeirat lässt sich die Dimension des Bedarfs noch nicht so richtig abschätzen. "So eine Anlage ist besser als keine", sagt er. Allerdings kann es durch die Reisebusse sein, dass die Kapazitäten der Anlage gesprengt werden. "Dann muss dort etwas Vernünftiges entstehen", sagt er. So wie es ursprünglich mit dem Neubau gedacht war, der im gestrichenen RSAG-Gebäude geplant war. Neßelmann plädiert dafür, im Haushalt 2013 Geld einzustellen, damit der Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hansestadt Rostock (KOE) zeitgemäße Toiletten baut. Bis zum Jahresende soll erst einmal das Container-Klo stehen.

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