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Neuer Markt Rostock : Nordkante: Bestimmen Bürger mit?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Stadtbildverein Deutschland spricht sich gegen aktuelle Entwürfe zur Bebauung des Neuen Marktes und für einen Bürgerentscheid aus

Dass die Nordkante des Neuen Marktes bebaut werden soll, hat die Bürgerschaft längst entschieden. Wie die neue Fassade auf der leerstehenden Seite des Herzens Rostocks aussehen soll, ist jedoch noch immer strittig. Jetzt hat sich auch der Deutsche Stadtbildverein eingeschaltet. Der Zusammenschluss engagierter Bürger und Architekturexperten, die sich für die Schönheit und historisch verankerte Identität deutscher Stadtbilder einsetzen, spricht sich entschieden gegen die aktuell von der Stadt favorisierten Entwürfe des Berliner Architekturbüros Smaq aus.

„Es fehlt nicht nur der regionale Bezug zur restlichen Marktplatzbebauung, auch ist der Entwurf ästhetisch-architektonisch nicht mehr zeitgemäß“, sagt Manuel Reiprich, Sprecher des Vereins. Zwar würden die Mitglieder die Neubebauung der Nordseite des Platzes prinzipiell begrüßen, aus städtebaulich-ästhetischer Sicht lehnten sie die bisherigen Entwürfe jedoch ab. Die Fassaden wirken leer und weisen vor allem in den oberen Geschossen keine Abwechslung auf, heißt es vonseiten des Stadtbildvereins. „Lediglich die Giebelhäuser nachzuahmen und ansonsten die Fassaden nackt und leer zu lassen, bedeutet keine Neuinterpretation, sondern ein Weglassen entscheidender traditioneller Gestaltungselemente“, so Reiprich. Als Nachbesserungen für das Projekt am Neuen Markt schlägt der Verein vor, sich mehr an den bestehenden Fassaden zu orientieren und durch Gesimse, Lisenen, Eckbossen und Fenstersprossen das Stadtbild zu verfeinern. Und das nicht nur an der Nordkante, sondern auf dem gesamten Areal.

Außerdem befürwortet der Stadtbildverein den Antrag der Linken und der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09, der fordert, die Entscheidung zum gesamten „Quartierblatt Neuer Markt“ inklusive der Bebauung der Nordkante durch einen Bürgerentscheid zu fällen. Die Bebauung des Neuen Marktes sei ein überaus prägendes städtebauliches Sanierungsziel und somit auch eine sehr wichtige Angelegenheit für die Einwohner der Stadt. So sollen die Rostocker die Möglichkeit erhalten, bei der Landtagswahl im September über dieses wichtige und symbolträchtige Bauvorhaben direkt zu entscheiden, heißt es in dem Antrag. „Dieser Meinung schließen wir uns voll und ganz an“, sagt Reiprich. „Die Entscheidung darüber, wie unsere Städte aussehen sollen, darf nicht allein bei städtebaulichen Experten liegen.“

Den Vorschlag, zur Bebauung der Nordkante einen Bürgerentscheid durchzubringen, hat der Bauauschuss bereits abgelehnt. Die Entscheidung fällt heute die Bürgerschaft.

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