Nordic Yards probt fürs Polarmeer

<strong>Burghard Zimmermann</strong> leitet das Projekt.
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Burghard Zimmermann leitet das Projekt.

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04. Januar 2013, 08:35 Uhr

Warnemünde | Temperaturen von bis zu minus 163 Grad Celsius müssen die Schiffsteile aushalten. Und von diesen eisigen Temperaturen ausgehend ein Auftauen unbeschadet überstehen. Dann sind sie für den Einsatz im Polarmeer geeignet. Bei Nordic Yards durchlaufen verschiedene Testmodelle diese Prozedur nun an einer eigens dafür eingerichteten Kühlstrecke. Das Unternehmen investiert in die Forschung, um sich auf dem Markt mit einer Spezialisierung auf Polar-Schiffe und Offshore-Strukturen weiter behaupten zu können. "Das bedeutet nicht nur einen Wissensvorsprung, sondern auch einen Wettbewerbsvorteil für Nordic Yards", betont Burghard Zimmermann, Leiter der Konstruktion bei Nordic Yards. Gestern wurde die neue Kühlstrecke eingeweiht.

Schiffe und Offshore-Lösungen für arktische Bedingungen, wie sie Nordic Yards nun erprobt, gibt es auf dem Markt bislang nicht. Diese Marktlücke hat das Unternehmen erkannt und arbeitet zusammen mit Partnern innerhalb eines Netzwerkes an innovativen Systemen. Das so genannte Bündnis Polar mit Sitz in Rostock ist ein Zusammenschluss von 13 Partnern - darunter zehn Industrieunternehmen und drei Forschungseinrichtungen. Polar steht dabei als Abkürzung für Production, Operation and Living in Arctic Regions. Gemeinsam wollen die Initiatoren innovative Produkte für den arktischen Schiffbau- und Offshore-Markt entwickeln. Das Forschungsnetzwerk wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Nordic Yards in Warnemünde kommt innerhalb des Polar-Projekts die Aufgabe zu, Schiffsformen und -strukturen für den arktischen Einsatz im Transport-, Service- und Sicherheitsbereich zu entwickeln und zu erproben. Dazu soll die nun eingeweihte Test-Kühlstrecke dienen. "Ziel unserer Tests ist es, unsere Forschungsergebnisse auch in der Praxis zu bestätigen", so Zimmermann. Getestet werden unter anderem der Doppelhüllentank, eine Decksleitung für Flüssigerdgas mit Enteisungssystem sowie eine doppelwandige Bunkerleitung. Die Teile werden über einen Zeitraum von drei Monaten unabhängig von einander auf der 15 Meter langen Kühlstrecke einer klassifizierten Prozedur unterzogen. Sie werden mehrmals von etwa plus zehn Grad Celsius auf minus 163 Grad Celsius abgekühlt und wieder aufgetaut. Untersucht werden hierbei unter anderem die neuartigen Isolierwerkstoffe sowie das Material- und das Spannungsverhalten der Konstruktion unter arktischen Bedingungen. "Damit wollen wir die Baubarkeit und Einsetzbarkeit der Systemlösungen, die wir mit unseren Polar-Forschungspartnern entwickelt haben, nachweisen", sagt Zimmermann.

Mit ihrer Forschungsarbeit will die Werftengruppe in Warnemünde und Wismar vor allem die Energieeffizienz und Betriebssicherheit der eigenen Produkte erhöhen. Außerdem sollen innovative Antriebssysteme entwickelt werden und das von Nordic Yards erdachte Tanksystem für Flüssigerdgas perfektioniert werden.

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