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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. Oktober 2017 | 10:33 Uhr

Wirtschaft : Nordic Yards kauft Werft in Stralsund

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Weg für den Verkauf der insolventen Stralsunder Volkswerft an die Nordic-Werftengruppe Wismar/Warnemünde ist frei. Der Preis: 6,5 Millionen Euro.

Der Weg für den Verkauf der insolventen Stralsunder Volkswerft an die Nordic-Werftengruppe Wismar/Warnemünde ist frei. Nach 20-monatiger Hängepartie sprach sich die Landesregierung als größter Gläubiger gestern für den Verkauf des traditionsreichen Schiffbaubetriebes am Strelasund aus.

Dem Vernehmen nach zahlt der russische Nordic-Yards-Eigner Witali Jussufow 6,5 Millionen Euro. Damit stockte Nordic ein früheres Übernahmeangebot nochmals auf. „Unter den gegebenen Bedingungen ist das aus meiner Sicht die richtige Entscheidung“, sagte Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann. Der Vertrag mit Nordic werde jetzt verhandelt. Nach der Unterzeichnung in der ersten Maiwoche könnten dann in der zweiten Maiwoche Gläubigerausschuss und Grundpfandgläubiger zustimmen. Eine Übernahme durch Nordic soll zum 1. Juni erfolgen. Wie in Wismar und Rostock-Warnemünde sollen auch in Stralsund Anlagen für Windparks auf See gebaut werden.

Nordic hatte zugesichert, im laufenden Jahr wieder 250 Schiffbauer einzustellen und die Mitarbeiterzahl in den kommenden beiden Jahren zu verdoppeln. Eine solche Beschäftigungsgarantie hatte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) ebenso zur Bedingung gemacht wie die Zusicherung, dass die Werftübernahme nicht zu Lasten der bisherigen Nordic-Standorte in Wismar und Warnemünde geht. „Weltmarktfähigkeit wird in einem starken Verbund erzielt“, sagte Nordic-Geschäftsführer Jürgen Wollny. Nun solle möglichst schnell ein Start-Team aus Konstrukteuren und Ingenieuren aufgestellt werden, das die Betriebsfähigkeit in Stralsund erhalte.

Ende August 2012 hatten die P+S-Werften in Stralsund und Wolgast mit rund 1750 Mitarbeitern Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Für Wolgast wurde mit der ebenfalls auf den Marineschiffbau spezialisierten Lürssen-Werft bereits im Mai 2013 ein Käufer gefunden. Der Verkauf der Stralsunder Werft gestaltete sich indes zäh.

 

Mehr zum Thema lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe der Norddeutschen Neuesten Nachrichten.

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