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Großauftrag durch Siemens : Nordic steuert Richtung Offshore

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Lange Zeit sah es so aus, als ob bei den Nordic Yards Werften in Wismar und Rostock die Rolltore unten bleiben: Jetzt hat das Unternehmen einen Großauftrag zur Fertigung einer dritten Offshore-Plattform erhalten.

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erstellt am 03.Feb.2012 | 08:08 Uhr

Wismar/Rostock | Lange Zeit hat es so ausgesehen, als ob bei den Nordic Yards Werften in Wismar und Rostock die Rolltore unten bleiben: Jetzt hat das Unternehmen von Siemens Energy einen Großauftrag zur Fertigung einer dritten Offshore-Plattform erhalten. Der neue Auftrag helfe, die derzeit 941 Arbeitsplätze an den Werftstandorten zu sichern, sagte Nordic-Yards-Sprecherin Susanne Meyer gestern. Zum Auftragsvolumen für die Werften wollte sie sich nicht äußern. Dies sei grundsätzliche Firmenpolitik. Nach Informationen unserer Redaktion soll es bei mindestens 230 Millionen Euro liegen.

Die Traditionsschiffbauer auf neuem Kurs? "Mit SylWin alpha stärken wir unsere Position im Markt für innovative Offshore-Lösungen signifikant und nachhaltig und zeigen klar unsere Entwicklung hin zu einer Spezial-Werft", zitierte die Sprecherin Vitaly Yusufov, Eigentümer und Geschäftsführer von Nordic Yards. Dies bedeute aber nicht, dass sich das Unternehmen vollständig vom Schiffbau verabschieden und sich künftig auf Off- und Onshore -Projekte konzentrieren wolle. "Wir haben das nicht zu den Akten gelegt. Wir bauen gerne Schiffe. Aber im Moment gibt es im Offshore-Bereich einfach mehr Aufträge", sagte Meyer. Ob noch weitere Aufträge - von Siemens beziehungsweise anderen Unternehmen - derzeit ins Haus stehen , wolle sie weder bestätigen noch dementieren, so die Sprecherin - nach einem anfänglichen klaren Nein auf die entsprechende Frage.

Für den neuen Auftrag werde mit einem Jahr Bauzeit gerechnet. An den beiden anderen Plattformen arbeiten die Beschäftigten seit Mai beziehungsweise November vergangenen Jahres. Die bisher größte Plattform ist für den Windpark Sylwin in der Nordsee, etwa 70 Kilometer westlich von Sylt, bestimmt. Sie werde fast 80 Meter hoch, 56 Meter breit und 82,5 Meter lang. Sie soll bis zu 864 Megawatt erneuerbare Energie in das deutsche Stromnetz einspeisen. Endkunde ist Meyer zufolge der deutsch-niederländische Übertragungsnetzbetreiber TenneT. Er habe ein Konsortium, bestehend aus Siemens Energy und Prysmian Powerlink, mit der technischen Ausstattung und dem Netzanschlusses beauftragt. Die Gesamtinvestition liege bei knapp einer Milliarde Euro.

Die Topside, die Umspanntechnik, Werkstätten, Maschinenräume, Helikopterdeck und einen Wohnbereich enthält, sowie das Fundament, auf dem die Topside in der Nordsee installiert wird, werden an beiden Werftstandorten gebaut, sagte die Sprecherin. Das Gewicht der voll ausgestatteten Topside entspricht in etwa 25 Airbus A380 . Nach Fertigstellung von Topside und Fundament werden die Komponenten auf Transportpontons mit Hilfe von Schleppern über die Ostsee zum endgültigen Installationsort etwa 70 Kilometer westlich von Sylt transportiert.

Werfteigner Witali Jussufow hatte sich in einem mit der Gewerkschaft ausgehandelten Beschäftigungspakt je nach Auftragslage zu mindestens 1200 Jobs in Wismar und Warnemünde verpflichtet. Die ehemalige Belegschaft hatte der Vereinbarung im Frühjahr 2010 nahezu geschlossen zugestimmt, um einer drohenden Schließung Mitte 2010 zu verhindern. Insgesamt waren in Wismar und Warnemünde einmal 2400 Werftarbeiter beschäftigt. Bislang konnte sich Jussufow mit dem Bau eines eisbrechenden Tankers für den russischen Bergbaukonzern Norilsk Nickel, der Fertigstellung eines Containerschiffes, der weltgrößten Fähre für die Stena-Reederei, gelegentlichen Reparaturaufträgen und den beiden Offshore-Plattformen für den Siemens-Konzern über Wasser halten.

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