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20. Oktober 2017 | 12:57 Uhr

Nordex verdreifacht Kapazität

vom

svz.de von
erstellt am 23.Jun.2011 | 07:33 Uhr

Südstadt | Exakter arbeiten und dabei auch noch Zeit sparen - mit einer neu eingerichteten Fließfertigung hat der Windkraftanlagenhersteller Nordex seine Produktivität deutlich gesteigert. "Durch standardisierte Arbeitsabläufe und verkürzte Durchlaufzeiten konnten wir die Kapazität verdreifachen", sagt Produktionsvorstand Dr. Marc Sielemann. Von jährlich 330 Anlagen sei die Produktion auf rund 1000 gestiegen. Das entspricht einer Leistung von 2500 Megawatt. Gestern hat das Unternehmen im Turbinenwerk in der Rostocker Südstadt die neuen Fertigungsschienen vorgestellt. "Wir haben insgesamt vier Millionen Euro in den Umbau der Halle investiert", sagt Sielemann. 1,7 Millionen kosteten allein die Maschinen. Der restliche Betrag beinhaltete die Programmierung der Abläufe sowie Schulungen des Personals.

Insgesamt drei Produktionslinien hat der Windkraftanlagenhersteller für seine Hauptkomponenten in einer Halle eingerichtet: für das Maschinenhaus, die Nabe und den Triebstrang. In drei weiteren Linien erfolgt die Vormontage der Einzelteile. "Vor der Fließfertigung haben wir alle Schritte an einem Modul absolviert", sagt Produktionsleiter Marc Drescher. Jetzt werden einzelne Modulteile vormontiert, um anschließend an das Endmodul angeschlossen zu werden. Innerhalb von vier Stunden müssen die Arbeiter ihre Aufgaben an einer Fertigungsstrecke erledigt haben. "Dann wird sie einmal komplett vorgefahren", so Drescher. Das bedeutet, dass für die rund 100 Mitarbeiter die Montage von Neuem beginnt. "Die Fertigungszeit konnte somit um rund 30 Prozent reduziert werden", betont Produktionsvorstand Sielemann.

Die Fließstrecken bestehen aus Schienensystemen mit Reibradantrieb. Mit einem so genannten Skid-System werden die tonnenschweren Komponenten von Station zu Station transportiert. Ein Schleppkettenförderer bewegt die Skids. Für die Installation der Technik musste die laufende Produktion in andere Teile der Betriebshalle verlagert werden.

Neben den einzelnen Fertigungsschritten wurde auch das Zeitmanagement der Monteure genau unter die Lupe genommen. "Wir haben die Arbeitsinhalte jedes Monteurs genau ausgearbeitet", sagt Drescher. Bei Verzug könne sofort ermittelt werden, welcher Schritt noch zu verfeinern sei. "Es gibt noch einige Stellen, da hapert es ein bisschen, aber daran arbeiten wir noch", fügt er hinzu. Schließlich geht es ihm nicht darum, die Schwächen der Mitarbeiter herauszustellen, sondern die Produktion zu optimieren. Die Arbeit wird den Monteuren außerdem erleichtert, indem ihnen direkt an der jeweiligen Station kommissioniertes Material zur Verfügung gestellt wird. "So bleiben ihnen lange Wege erspart und sie verlieren keine Zeit", sagt er. Zur besseren Übersicht informieren außerdem Leinwände und Bildschirme über den aktuellen Stand des Arbeitsschrittes und die verbleibende Zeit.

Aber auch den Kunden will Nordex möglichst alle Wünsche erfüllen. "Sie wollen wissen, wie ihre Windkraftanlagen hergestellt wurden", so Drescher. Deshalb erfolgt nach jedem Arbeitstakt eine Übergabe mit Protokoll von Monteur zu Monteur. "Besonderen Wert haben wir auf Transparenz und eine organisierte Problembehebung gelegt, denn sie ermöglichen eine kontinuierliche Optimierung", sagt Sielemann.

Nordex gehört mit einer Leistung von 1,5 bis 2,5 Megawatt zu den führenden Herstellern von Windkraftanlagen auf dem internationalen Markt. Das Unternehmen ist in 19 Ländern vertreten, darunter in China, den USA sowie in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Spanien und Großbritannien. Konti nuierlich forscht Nordex an Innovationen in den Bereichen Technologie und Klimanutzung.


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