Nordex sucht 130 neue Mitarbeiter

Ein Handwerker arbeitet im Rotorblattwerk der Firma Nordex in Rostock an einem Rotorblatt. dpa
Ein Handwerker arbeitet im Rotorblattwerk der Firma Nordex in Rostock an einem Rotorblatt. dpa

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02. November 2012, 08:01 Uhr

Rostock | Windanlagenhersteller Nordex will ab Januar die Serienproduktion seines neuen Rotorblatts NR 58,5 in Rostock aufnehmen und damit von anderen Lieferanten unabhängig werden. Dafür sucht das Unternehmen derzeit bis zu 130 zusätzliche Mitarbeiter, 70 sind bereits im Werk beschäftigt. Gefragt sind jegliche Art von Handwerkern, die vor ihrem Einsatz noch vier Monate umgeschult werden. "Endziel ist es, an zwei Fertigungslinien 400 Rotorblätter im Jahr zu produzieren", sagt Werksleiter Jens Martin Hoika.

Das lässt Nordex sich allein zehn Millionen Euro für die Einrichtung der Werkzeuge und Maschinen kosten. Die erste Blattform, mit deren Hilfe die Rotorblätter später hergestellt werden, wird momentan in einer der Hallen im Güterverkehrszentrum eingerichtet. Sie soll im Januar in Betrieb gehen, die zweite Produktionslinie soll im Mai folgen. Die so gefertigten Rotorblätter sind mit 58,5 Metern länger als die bislang in Rostock hergestellten 50 Meter langen Blätter, aber trotzdem eine Tonne leichter. Durch den Einsatz von Karbon kommen sie nur noch auf ein Gewicht von 10,5 Tonnen. "Die große Fläche ist nötig, um auch bei wenig Wind Energie erzeugen zu können", sagt Hoika. Das geschehe im Zusammenspiel mit der ebenfalls in Rostock produzierten Turbine der Reihe N117/2400.

Dadurch werde die Mühle extrem wirtschaftlich und damit wettbewerbsfähig, was auch die Auftragszahlen bestätigten. Schon ohne die eigenen Rotorblätter habe sich die Turbine kurz nach ihrem Serienstart im Sommer zu einem Verkaufsschlager entwickelt. Mit dem bevorstehenden Start der Blatt-Eigenfertigung rechnet das Unternehmen noch einmal mit einem deutlichen Schub, insbesondere auf dem Kernmarkt Europa. Die erste Tranche ist zwar für die USA bestimmt, aber "Deutschland kommt immer besser in Fahrt", so Hoika.

Das bestätigt auch Energieminister Volker Schlotmann (SPD), zumindest für die nördlichen Bundesländer. Ihm zufolge plant die Landesregierung eine Verdopplung der Flächen für Windkraft an Land - aus der Offshore-Produktion hat Nordex sich komplett zurückgezogen. "Im Onshore-Bereich haben wir noch gewaltige Potenziale", sagt Schlotmann. Und da sei Nordex der wichtigste und mutigste der drei im Land ansässigen Hersteller. Das liege unter anderem in der Forschung begründet, die Nordex in Rostock betreibt. Auf diese Weise konnte das Unternehmen beispielsweise einen eigenen Gefrierschutz für seine Mühlen entwickeln und sich so von anderen Konkurrenten absetzen. "Das ist unser Alleinstellungsmerkmal", sagt Hoika. Kernelement jeder Mühle bleibe aber das Rotorblatt.

Mit Hilfe der neuen Anlage will Nordex das zuletzt negative Halbjahresergebnis vergessen machen. Vor Zinsen und Steuern hatte das Unternehmen 13,1 Millionen Euro Verlust gemacht. Grund seien der Druck auf die Turbinenpreise und die mangelnde Auslastung der Kapazitäten gewesen. So werden nach Angaben von Hoika derzeit beispielsweise allein in Rostock statt der möglichen 2,5 Gigawatt-Anlagen nur Mühlen mit zusammen 750 Megawatt Leistung gebaut.

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