Nordex rutscht tiefer in die roten Zahlen

<strong>Trotz tiefroter Zahlen</strong> blickt Nordex optimistisch in die Zukunft und peilt einen Umsatzsprung an.<foto>dpa</foto>
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Trotz tiefroter Zahlen blickt Nordex optimistisch in die Zukunft und peilt einen Umsatzsprung an.dpa

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11. März 2013, 06:53 Uhr

Rostock | Der Windkraftanlagenbauer Nordex ist im vergangenen Jahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Nettoverlust lag 2012 bei 94,4 Millionen (2011: 49,5 Millionen) Euro, wie das im TecDax notierte Unternehmen mit Sitz in Rostock und Hamburg gestern mitteilte. Belastend wirkten sich den Angaben zufolge die nicht ausgelasteten Werke in den USA und China aus. Die Produktion in einem chinesischen Rotorwerk wurde eingestellt, 130 Stellen fielen dort weg. Konsequenzen aus einer rückläufigen Auslastung wurden auch in den USA gezogen, was in Summe das Ergebnis mit rund 75 Millionen Euro belastete. Das operative Ergebnis (Ebit) vor Einmalaufwendungen lag bei 14 Millionen Euro (minus 7,6 Millionen).

Mit Rekordaufträgen aus Europa und Südafrika will Nordex 2013 zulegen und seine Ertragsschwäche überwinden. 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro Umsatz peilt der Vorstand 2013 an - nach einem Umsatzsprung von 17 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro im Vorjahr. Dieses Ziel sei bereits zu rund 80 Prozent über den festen Auftragsbestand abgedeckt, teilte der Windkraftanlagenbauer mit. Bestellungen im Volumen von rund 1,05 Milliarden Euro (2011: 698 Millionen) stehen fest, wobei der Großteil aus Europa und Südafrika stamme. Der Auftragseingang hatte 2012 mit knapp 1,3 (2011: 1,1) Milliarden Euro einen Rekordwert erreicht. Die Börse honorierte die Geschäftsprognose am Vormittag mit einem deutlichen Kursaufschlag auf die Nordex-Aktie. Seit einigen Jahren konzentriert sich Nordex auf den Bau von Windenergieanlagen an Land. In diesem Bereich will das Unternehmen mit neuen Entwicklungen wie der Windturbine vom Typ N117/2400 punkten. Die Nachfrage sei so groß, dass die Produktion der Rotorblätter um zwei Fertigungslinien erweitert werde, sagte der Leiter der Nordex-Werke in Rostock, Jens Martin Hoika, im November 2012. Dafür investiere das Unternehmen rund zehn Millionen Euro.

Um die Eigenfertigung von Rotorblättern zu erhöhen, verstärkte Nordex den Standort Rostock mit 130 neuen Mitarbeitern. In der Hansestadt wurden bisher Rotorblätter mit 45 und 50 Metern Länge gebaut. Die Zukunft seien die N117-Anlagen, so Hoika. Deren Blätter sind mit 58 Metern deutlich länger und speziell für windschwache Regionen konzipiert worden. Auch Deutschland werde für den Onshore-Markt immer interessanter.

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