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Grüne werfen Backhaus Tatenlosigkeit vor : Nicht gelernt aus dem Massencrash?

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Ein Jahr nach dem Massenunfall in einem Sandsturm bei Rostock haben die Grünen Agrarminister Till Backhaus (SPD) Tatenlosigkeit vorgeworfen. Er hat die nötigen Weichenstellungen für mehr Bodenschutz nicht vorgenommen.

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erstellt am 01.Apr.2012 | 07:06 Uhr

Schwerin/Rostock | Ein Jahr nach dem Massenunfall in einem Sandsturm bei Rostock, bei dem acht Menschen starben, haben die Grünen Agrarminister Till Backhaus (SPD) Tatenlosigkeit vorgeworfen. "Backhaus hat die nötigen Weichenstellungen für mehr Bodenschutz nicht vorgenommen", kritisierte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Jutta Gerkan. Ein seinerzeit von Umweltschützern gefordertes Pflanzprogramm für Feldhecken, die das Aufwirbeln großer Mengen Sand und feiner Erde begrenzen könnten, gebe es bis heute nicht.

Der Unfall vor einem Jahr hatte sich auf der A19 an einem großen Feld ereignet, von dem ein Frühjahrssturm große Mengen trockenen Sand und Erde hochgewirbelt und den Autofahrern die Sicht genommen hatte.

Der Politikerin zufolge sind 25 Prozent der Böden in Mecklenburg-Vorpommern stark von Winderosion bedroht. Weitere 35 Prozent gelten demnach als mäßig gefährdet. "Unter Umweltminister Wolfgang Methling gab es bis 2006 gute Ansätze für ein Bodenschutzprogramm im Land", sagte Gerkan. "Es gab dazu wissenschaftliche Untersuchungen und Bodenschutzpläne vom zuständigen Landesamt." Das sei später aber wieder eingeschlafen. "Es braucht eine eigene Bodenschutzabteilung im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie", verlangte Gerkan.

Ein großes Problem sei, dass der Humusgehalt der Böden immer mehr abnehme. "Er ist Bedingung für die Fähigkeit der Böden, Feuchtigkeit zu binden." Ursachen für den abnehmenden Humusgehalt seien beispielsweise zu geringer Fruchtwechsel, Monokulturen mit Energiemais, starke Entwässerung durch Drainagen und Zerstörung der Mikrostruktur der Böden durch Pestizide und chemischen Dünger. Hier gelte es, nachzusteuern.

Sie forderte Backhaus zudem auf, für eine Änderung der EU-Förderung einzutreten. Bauern sollten belohnt werden, wenn sie Hecken und Feldgehölze pflanzen und besonders bodenschonend arbeiten.

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