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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 17:05 Uhr

New York City unterstützt Rostocker CSD

vom

Wegen hoher Auflagen ist der Christopher Street Day in Rostock bis vergangene Woche in Gefahr gewesen. Eine Welle der Empörung rollte durch ganz Deutschland und erreichte schließlich auch das Ausland.

svz.de von
erstellt am 17.Jul.2013 | 07:02 Uhr

Rostock | Wegen hoher Auflagen ist der Christopher Street Day (CSD) in Rostock bis vergangene Woche in Gefahr gewesen. Eine Welle der Empörung rollte durch ganz Deutschland und erreichte schließlich auch das Ausland, darunter die USA. Die Veranstalter des CSD in New York City - dem Ursprungsort der bunten Demonstration für Toleranz und die Rechte sexueller Minderheiten - haben sich mittlerweile eingeschaltet, um ihre Rostocker Kollegen zu bestärken. Alan Reiff ist Vizepräsident des CSD in New York City und war sprachlos, als er von den Ereignissen in Rostock hörte. Die Stadtverwaltung hatte versucht, ein Vermummungsverbot auf dem CSD in Rostock durchzusetzen, womit all die schrillen Kostüme, Masken und Perücken passé gewesen wären. Außerdem durften sie den Auflagen zufolge keine Musik abspielen, keine Bänke auf dem Neuen Markt aufstellen oder Getränke anbieten. Reiff bezeichnet diese Auflagen als antiquierte Regelungen, die Einschnitte in die persönliche Freiheit bedeuten, und sagt: "Lasst uns alle nicht vergessen, wer die Ersten waren, die im Stonewall Inn 1969 aufgestanden sind und gekämpft haben: die Transvestiten und die Lesben. Eine Parade ohne geschminkte Männer in auffälligen Kleidern wäre also keine Parade." Das Stonewall Inn ist eine Bar in der Christopher Street, wo in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 der Protest gegen die willkürliche diskriminierende Behandlung von Homosexuellen durch die Staatsgewalt begann. Reiff macht den Rostockern Mut und schreibt weiter: "Eure Veranstaltung ist genauso wichtig wie die in Berlin, Madrid oder New York City. Eine einzige Person kann etwas verändern... man braucht keine Millionen."

Am vergangenen Freitag gab es für den CSD-Verein Rostock dann doch noch ein klärendes Gespräch mit dem Stadtamt: Die strittigen Auflagenpunkte wurden entweder gestrichen oder angepasst, sodass der CSD so bunt wie in den Vorjahren stattfinden kann. Jetzt hoffen die Veranstalter auf ein besonders großes Fest. Aus Hamburg und Berlin wurde bereits signalisiert, dass in diesem Jahr noch mehr CSD-Teilnehmer als in den Vorjahren kommen. Der Zusammenhalt unter den einzelnen CSD-Ausrichtern in ganz Deutschland ist riesengroß. So hatte sich rasend schnell herumgesprochen, was in Rostock los war.

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