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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 05:03 Uhr

Baugeschehen : Neues Schmuckstück der Altstadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Platz am Wendländer Schilde vor der Nikolaikirche ist gestaltet. Kleinere Restarbeiten stehen allerdings noch im nächsten Monat an.

svz.de von
erstellt am 02.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Aus einer Freifläche, die bei Regen versumpfte und mehr als kreative Parkmöglichkeiten provozierte, ist jetzt nach anderthalb Jahren ein neuer zentraler Punkt in der Altstadt geworden. Der Platz am Wendländer Schilde unterhalb der Nikolaikirche und die angrenzenden Straßen sind saniert. Eine Fläche zum Verweilen geschmückt von Grün und Kunst und ein Parkplatz sind entstanden.

Die nächsten Tage ist der Platz noch abgesperrt. Restarbeiten wie der Aufbau von Spielgeräten werden noch vorgenommen. Im November soll alles fertig sein. „Es war schwierig bis zum heutigen Tag“, sagt Reinhard Wolfgramm von der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS). Sie ist mit dem Tief- und Hafenbauamt, Eurawasser, Bau- sowie Stadtentwicklungsamt Auftraggeber. Der Bau verzögerte sich, weil die beauftragten Firmen immer wieder auf Spektakuläres stießen: Reste einer spätslawischen Besiedlung aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, Mauerreste von alten Brauereien, das alte Mühlentor Am Bagehl und Kellerreste aus dem frühen 13. Jahrhundert – ein Zeugnis der Stadtbrände. „Es ist ablesbare Geschichte unserer Stadt aus weit mehr als 800 Jahren“, sagt Michaela Selling, Leiterin des Kulturamtes. Der wohl spektakulärste Fund waren Gebeine von sechs Menschen, die an der Kirche gefunden wurden. Sie stammen Archäologen zufolge aus dem 16. Jahrhundert bis um 1800. „Es war ein christianischer Friedhof“, sagt der Bauüberwacher Fabian Voll von Dorsch Consult, „die Skelette lagen übereinander“. Sie wurden umgebettet, aber an der Kirche belassen.

Ute Schmidt von Dorsch Consult war für die Gestaltung zuständig. „Es ist ein Kompromiss mit historischen Bezügen und der Nutzung, die gebraucht wird“, sagt sie. 38 Stellplätze wurden geschaffen, Fahrradbügel und ein Aufenthaltsbereich mit acht verschiedenen Bäumen. Der Platz ist mit einer harzgebundenen, wasserdurchlässigen Kiesfläche überzogen. Die Straßen erhielten altstadttypisches Kopfsteinpflaster. Allerdings sind die Fugen verfüllt, um die Lautstärke für die Anwohner zu dämmen. Der Platz ist von Mauern gesäumt und spiegelt so das Altstadtquartier wider, die frühere Bebauung. Eine Infotafel gibt Auskunft zur Geschichte. Ein Kunstwerk für den Platz schuf Torben Laib von der Kunsthochschule Kiel – eine unterirdische Schiffsglocke als Anspielung auf St. Nikolaus, Schutzpatron der Seeleute. Sie schlägt von 10 bis 18 Uhr je zur vollen Stunde.

Die Kosten für den aufwändigen Bau betragen 1,5 Millionen Euro. 1,2 Millionen Euro stammen aus Städtebaufördermitteln, 200 000 Euro sind Eigenanteil der Stadt. Für die Sanierungen des Trink-, Regen- und Schmutzwassernetzes gaben der Warnow-Wasser- und Abwasserverband und Eurawasser 870 000 Euro aus.

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