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Rostock-Evershagen : Neuer Vorstoß zur 24-Stunden-Kita

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Betreiber vom Haus der kleinen Füße in Evershagen wollen ab Januar auch eine nächtliche Betreuung anbieten / Okay vom Amt fehlt noch

von
erstellt am 23.Okt.2015 | 11:45 Uhr

Trotz der vorläufig gescheiterten 24-Stunden-Kita in der Humperdinckstraße unternehmen Kathleen und René Eichhorn einen neuen Vorstoß für ein Nachtbetreuungsangebot. Die beiden betreiben seit Januar vergangenen Jahres die Kindertagespflege Haus der kleinen Füße in Evershagen. „Als das Bundesprogramm Kita plus beschlossen wurde, habe ich gesagt: Das ist es doch jetzt, wir ändern unsere Öffnungszeiten“, so René Eichhorn. Los gehen soll es im Januar.

Das Bewerbungsverfahren für Kita plus läuft seit Anfang September. Ziel des Bundesfamilienministeriums sind flexiblere Öffnungszeiten, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Insbesondere Alleinerziehende und Schichtarbeiter, Berufsrückkehrer, Selbstständige sowie Berufsgruppen, deren Arbeitszeiten außerhalb der üblichen Kita-Öffnungszeiten liegen, sollen so unterstützt werden.

Das ist ganz im Sinne der Eichhorns. „Wir könnten ein Modellprojekt für Rostock werden“, sagt René. Gestern hat er den entsprechenden Antrag für eine Ausnahmegenehmigung ans Jugendamt der Hansestadt geschickt. Dessen Mitarbeiter hätten in den Vorgesprächen zwar eher ablehnend reagiert, davon wollen sich die beiden aber nicht entmutigen lassen. „Wir haben selbst schon dieses Martyrium durch“, sagt der 45-Jährige. Die beiden haben vier Kinder, aber „für unseren jüngsten haben wir keinen Betreuungsplatz bekommen“. Jetzt verstärkt er notgedrungen die zehnköpfige Gruppe der null bis drei Jahre alten Kinder im Haus der kleinen Füße. Sollte das Amt die Ausnahmegenehmigung erteilen, könnte die Platzzahl verdoppelt werden, so René. Er hat sich bereits ein Rotationsverfahren mit vier Betreuungskräften überlegt.

Die Eltern der aktuell betreuten Kinder haben den beiden Referenzschreiben ausgestellt. Darin hätten auch sie den Wunsch nach flexibleren Öffnungszeiten betont. „Wir haben schon die Antragsformulare für die Nachtbetreuung vorbereitet“, sagt René. Es fehle nur noch das Okay vom Amt.

Im Fall der geplanten 24-Stunden-Kita der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP) hatten das Amt und Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) allerdings ihre – finanzielle – Unterstützung ausgeschlossen. Sie sei mit dem Spardiktat aus Schwerin nicht vereinbar und auch fachlich sei die Trennung von den Eltern über einen so langen Zeitraum bedenklich. Deswegen soll die Einrichtung in der Humperdinckstraße vorerst als normale Kita betrieben werden. Das Bundesprogramm Kita plus könnte nun aber zu einem Umschwung führen. Um die Förderung zu erhalten, müssen die Einrichtungen den lokalen Bedarf beschreiben und eine allgemeine Projektkonzeption vorlegen.

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