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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 03:08 Uhr

Neuer Streit um das Campus-Parken

vom

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erstellt am 21.Mär.2012 | 12:24 Uhr

Südstadt/Hansaviertel | Mit dem Bau des umstrittenen Uni-Parkplatzes auf dem Campus Südstadt soll es nun endlich losgehen. Das meint der Bauherr, der Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL). Dabei gibt es immer noch Widerstand von Anwohnern gegen das Großprojekt.

Die Bürgerinitiative Voßstraße kritisiert: Eine zentrale Anlage mit hunderten Stellplätzen sei nicht mehr zeitgemäß. Außerdem sei das Schallschutzgutachten, das den Plänen zugrunde liegt, äußerst fragwürdig. Am 17. April soll im Bauausschuss das Einvernehmen der Gemeinde zu dem Vorhaben hergestellt werden. Bei der Vorberatung im Ortsbeirat Südstadt lieferten sich die Anwohner und Vertreter des Landesbaubetriebs in der vergangenen Woche erneut eine hitzige Debatte. "Wir sehen keine Möglichkeit, an unseren Plänen noch etwas zu ändern", sagte Heinz-Gerd Hufen, Geschäftsführer des BBL. Der Campus wachse beständig. Für die 4000 Universitätsmitarbeiter und Studenten, die bald nördlich der Albert-Einstein-Straße beschäftigt sein werden, müssten mindestens 569 Parkplätze her. Mit dieser Anzahl sei das Entgegenkommen gegenüber den Parkplatzkritikern aber ausgereizt. Vor dem massiven Protest der Anwohner waren 736 Stellplätze geplant. Hufen machte jetzt klar: "Aus unserer Sicht ist eine weitere Verminderung der Parkplätze nicht richtig. Sie würde zu einem erhöhten Bedarf an Parkflächen in der Südstadt führen." Zumal es Satzungen gebe, an die sich der Baubetrieb halten müsse.

Die Anwohner der Voßstraße, die nördlich des geplanten Parkplatzes verläuft, glauben trotzdem, dass die Pläne überdimensioniert sind. "Warum müssen alle Plätze auf einmal genehmigt werden?", fragte Oliver Duty. Sein Vorschlag: Es könnten zunächst die 257 Plätze im ersten Teil gebaut werden. "Wenn die Auslastung hoch bleibt, kann man sich immer noch über eine Aufstockung Gedanken machen", sagte er. Wie viele seiner Nachbarn fürchtet auch Duty eine hohe Lärmbelastung durch den neuen Parkplatz. Große Zweifel haben er und seine Mitstreiter am Lärmschutzgutachten. Ihr Verdacht: Durch die Umwandlung von einem "reinen Wohngebiet" in ein "allgemeines Wohngebiet" bei der Untersuchung seien die Grenzwerte künstlich angehoben, das Gutachten schöngerechnet worden. Außerdem beruhten die erwarteten Schallwerte auf der Annahme von asphaltierten Zufahrten. "Tatsächlich wurde dort aber bereits Kopfsteinpflaster verlegt", sagt Duty.

Immerhin, räumt er ein, habe sich der BBL beim Grünkonzept nach dem Protest schon entgegenkommend gezeigt. So konnten 237 von 510 Bäumen aus den ehemaligen Kleingärten erhalten bleiben. Doch auch in den anderen Fragen fordern die Anwohner noch ein Einlenken des BBL. Die Leiterin des städtischen Bauamts, Ines Gründel, betont jedoch: "Das Verfahren ist genehmigungsfähig. Der Bauherr kann nicht zu Auflagen verpflichtet werden."

Bis zur Entscheidung des Bauausschusses will die Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09 dennoch einen Änderungsantrag formulieren. Darin sollen zumindest Anregungen für eine mögliche Kompromisslösung gegeben werden.

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