Nahverkehr : Neuer Straßenbahn-Chef verspricht stabile Preise

„Der Kunde ist der Mittelpunkt jedes Unternehmens, ganz besonders im Dienstleistungsbereich“, sagt Jan Bleis. Er setzt auf die geänderte Linienführung und Taktung der Bahnen und Busse, um mehr zahlende Passagiere für den öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen.
„Der Kunde ist der Mittelpunkt jedes Unternehmens, ganz besonders im Dienstleistungsbereich“, sagt Jan Bleis. Er setzt auf die geänderte Linienführung und Taktung der Bahnen und Busse, um mehr zahlende Passagiere für den öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen.

Jan Bleis führt in den nächsten fünf Jahren Rostocks Verkehrsbetrieb und will die Zahl der Fahrgäste erhöhen

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09. Januar 2016, 08:55 Uhr

Als neuer kaufmännischer Vorstand der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) setzt Jan Bleis voll auf wachsende Fahrgastzahlen. „Wir wollen mehr Leute für den öffentlichen Nahverkehr begeistern“, sagt der 49-Jährige, der am 1. Januar die Nachfolge von Jochen Bruhn angetreten ist. Für das laufende Jahr versprechen er und sein Vorstandskollege Michael Schroeder den Rostockern stabile Ticketpreise. Steigen solle nur die Zahl der Bus- und Bahnfahrer. Denn die stagniert seit zehn Jahren bei 39 Millionen – trotz gleichzeitigem Bevölkerungszuwachs um 10 000 Rostocker.

Um in diesem Bereich zuzulegen und so die Einnahmen zu steigern, hat die RSAG zum Jahresanfang das Programm Mobil 2016 gestartet. Die Linienführung wurde an den realen Bedarf angepasst, der Takt auf fünf beziehungsweise zehn Minuten auf den Kernstrecken verdichtet. Insbesondere von der neuen Taktung verspricht Bleis sich positive Effekte. Sein letzter Arbeitgeber, die Dresdner Verkehrsbetriebe AG, habe sie schon im Jahr 2000 eingeführt und auf den Haupteinkaufstag Sonnabend ausgeweitet. „Das hat einen riesen Schub gebracht“, sagt Bleis.

Darüber hinaus will er sein Unternehmen nutzerfreundlicher ausrichten. Künftig sollen Fahrgäste über neue Medien wie Twitter oder Facebook in Echtzeit über die Lage auf den Schienen und Straßen informiert werden. Perspektivisch sei zudem mobiles Ticketing geplant, also der Kauf des Fahrscheins über das Smartphone. „Andere Städte haben es schon, Rostock sollte sich jetzt anschließen“, sagt Bleis. Noch fehlen dafür allerdings die technischen Voraussetzungen. Der neue Vorstand rechnet daher erst in einem Jahr mit dem mobilen Angebot, das kompatibel mit den anderen Anbietern des Verkehrsverbunds Warnow sein müsse.

Den Vertrag mit der RSAG hatte die Stadt im Sommer bis Ende 2030 verlängert. „Damit haben wir für 15 Jahre Planungssicherheit“, sagt Michael Schroeder, der aktuell die strategische Ausrichtung des Unternehmens als Hauptaufgabe des Vorstands betrachtet. Die öffentlichen Fördermittel betragen derzeit knapp zwölf Millionen Euro pro Jahr.

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