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Erlebniswelt in Graal-Müritz fällt Vandalen zum Opfer : Neuer Klangwald ist bereits zerstört

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Barbara Hancke ist fassungslos. Zusammen mit ihren Enkelkindern wollte sie am Wochenende die erst vor zehn Tagen eröffnete Erlebniswelt Küstenwald besuchen. Doch als sie ankamen, bot sich ihnen ein Bild der Verwüstung.

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erstellt am 01.Jul.2013 | 06:54 Uhr

Graal-Müritz | Barbara Hancke ist fassungslos. Zusammen mit ihren Enkelkindern wollte die Graal-Müritzerin am Wochenende die erst vor zehn Tagen eröffnete Erlebniswelt Küstenwald erobern, einen Blick auf die liebevoll gearbeiteten Tierfiguren werfen und mit den Holz-Instrumenten spielen.

Doch als sie vor Ort ankamen, bot sich ihnen ein Bild der Verwüstung. Nicht nur, dass mittlerweile fast alle Hinweisschilder von Unbekannten beschmiert wurden: "Linnea, unsere sechsjährige Enkelin aus Schweden, fand beim Spielen im Grünen Klassenzimmer den abgesägten Kopf der hölzernen Gans", sagt die empörte Graal-Müritzerin. Die Gans gehört zur Fuchs-Skulptur und wurde, wie Hancke sagt, sehr wahrscheinlich mutwillig abgesägt. "Schließlich geht man ja gewöhnlich nicht mit einer Säge spazieren", sagt sie. Die Zerstörungswut empört und beschämt die Einheimische gleichermaßen. "In dem Projekt steckt ja nicht nur Geld, sondern auch viel Planungsarbeit. Das dann so zu untergraben, das finde ich extrem gemein." Den abgesägten Kopf hat Hancke direkt mitgenommen, um ihn der Gemeinde zurückzugeben. "Vielleicht kann man ihn ja wieder anbringen", spricht die Graal-Müritzerin sicher nicht nur ihre eigene Hoffnung aus.

Wütend auf die unbekannten Täter ist auch Bürgermeister Frank Giese (parteilos). "Das verschlägt einem die Sprache", so das Gemeindeoberhaupt über die Schäden, die bereits kurz nach der Einweihung auffällig wurden. Zuerst verschwanden die Klöppel der hölzernen Musikinstrumente. Drei von vier seien anschließend im Wald gefunden worden, einer fehlt allerdings noch immer. Es müsse jetzt versucht werden, die Schäden zu reparieren beziehungsweise die Schilder zu säubern. "Wir haben auch zweimal wegen Sachbeschädigung Anzeige gegen Unbekannt erstattet", so Giese. Die Gemeinde arbeite eng mit der Polizei zusammen, um möglicherweise durch Zeugenhinweise die Täter doch noch ermitteln zu können. Wer etwas gesehen hat, wird gebeten, sich bei der Verwaltung zu melden.

Nicht nur wegen des aktuellen Vorfalls wird im Ostseeheilbad darüber nachgedacht, bestimmte touristische Anziehungspunkte einzuzäunen. Jürgen Gottschalk brachte im Auftrag der Wirtschaftlichen Vereinigung kürzlich den Vorschlag ein, die Umzäunung des Rhododendronparks auszuweiten und die neu entstandenen Erlebniswelten zu integrieren.

"Wir haben zwar mit dem Zaun am Rhododendronpark gemerkt, dass das Früchte trägt. Aber ob so etwas dadurch künftig zu verhindern ist, wage ich leider zu bezweifeln", sagt Dr. Bernd Kuntze, Geschäftsführer der Tourismus und Kur GmbH. Denn wenn jemand etwas mutwillig zerstören wolle, so wie am Wochenende geschehen, würde derjenige wahrscheinlich auch trotz Zaun Wege finden, so Kuntze. Er hofft darauf, dass auch die Einwohner künftig auf die neuen Attraktionen ihrer Heimat ein wachsames Auge werfen.

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