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Firma aus Elmshorn : Neuer Akteur auf dem Rostocker Wohnungsmarkt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Firma Semmelhaack will in Rostock Fuß fassen und baut derzeit an 1500 Einheiten – fürs Erste.

von
erstellt am 05.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Das Wohnungsunternehmen Semmelhaack ist kein Newcomer, aber neu auf dem Rostocker Markt. Hier will die inhabergeführte Firma aus Elmshorn Fuß fassen. „Uns geht es um den langfristigen Erhalt des Bestandes“, sagt Sebastian Kopp, der den Vertrieb in Rostock übernommen hat. Gerade hat die Außenstelle ihr Büro Am Vögenteich bezogen. Noch ist dort nicht alles fertig, aber Kopp und seine Mitarbeiter stehen in den Startlöchern.

Das Unternehmen glaubt, in Rostock eine Marktlücke ausgemacht zu haben: bezahlbaren Wohnraum. „Wir versuchen, immer unter der marktüblichen Miete zu bleiben“, versichert Kopp. Die betrage in Rostock derzeit neun Euro Kaltmiete pro Quadratmeter bei Erstbezug im Neubau.

Und Neubauten sind auch die Projekte, denen sich Semmelhaack derzeit widmet. Zwar sei es eigentlich das Ziel, bestehende Immobilien aufzukaufen, wie Kopp erklärt. Derzeit habe sich dazu aber noch keine Gelegenheit aufgetan. Darum baut Semmelhaack gerade in der Thomas-Morus-Straße, der Lagerlöfstraße sowie in der Ostseeallee. Das Unternehmen wolle einen gehobenen Standard in alle Stadtteile bringen, erklärt Kopp. „Natürlich ist es eine mutige Entscheidung, mit den Investitionen in die Randlagen zu gehen“, so der Vertriebsleiter. „Aber die Nachfrage ist gut und wir haben schon jetzt, obwohl sich das Objekt noch im Bau befindet, 40 Prozent vermietet.“

Avisiert sind Wohnbauprojekte unter anderem auf dem Areal der Alten Molkerei in Brinckmansdorf. Dort sind Geschosswohnungen geplant. „Mitte 2018 wollen wir mit der Vermarktung beginnen“, sagt Kopp.

Neben der Wohnungsvermietung ist die Altenpflege ein Thema bei Semmelhaack. Eine Tochterfirma betreibt 42 Wohnheime, auch in Rostock befindet sich eins bereits im Bau, ein weiteres ist geplant. In der Bützower Straße sollen im Oktober die ersten Senioren einziehen.

„Die Stadtteile verändern sich“, sagt Kopp. „Auch in den Randlagen wollen die Menschen komfortabler wohnen.“ Die anhaltend hohe Nachfrage führe dazu, dass Baulücken gefüllt werden. Sein Unternehmen setze vor allem auf den Bau von Zwei- bis Drei-Raum-Wohnungen in einer Größe von 45 bis 75 Quadratmetern. „Schließlich soll die Miete bezahlbar bleiben“, sagt Kopp. Alles was größer wäre, liege da schnell über dem Limit. 

 

Kommentar "Wohnungsbau ohne Plan" von Juliane Hinz

Dass die Firma Semmelhaack den Bau bezahlbaren Wohnraums als Marktlücke erkannt hat, ist beides – erfreulich und ärgerlich. Gut ist es, weil so neben all den Stadtvillen auch Wohnblöcke entstehen, die modernen Standards entsprechen und trotzdem erschwinglich sind. Schlimm ist, dass das nicht schon früher erkannt wurde. Es drängt sich der Eindruck auf, dass Wohnungsbau in Rostock keinem Plan folgt. Das einzige erkennbare Konzept lautet: schnell und möglichst rentabel. Doch das führt an den Menschen vorbei. So wäre es beispielsweise höchste Zeit, sich um die Familien zu kümmern. Denen wird es bei all den Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen in Rostock nämlich bald zu eng.


 

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