Volkstheater Rostock : Neue Zeitrechnung am Theater

Freude und Lust am Theaterbesuch wollen Joachim Kümmritz (l.) und Ralf Reichel wieder nach Rostock bringen.
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Freude und Lust am Theaterbesuch wollen Joachim Kümmritz (l.) und Ralf Reichel wieder nach Rostock bringen.

Große Bühne rückt wieder in den Vordergrund. Sommerbespielung der Halle 207 denkbar. Gemeinsame Pläne mit der Stadt.

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19. August 2016, 05:00 Uhr

Beim Theater hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Das Theater ist kein sinnbildliches Schiff mehr und das damit sprichwörtlich ausgediente Ruder haben Joachim Kümmritz und sein Stellvertreter Ralf Reichel, der auch der neue Schauspieldirektor ist, in der Hand. An ihrer Seite als Musiktheaterdirektor: Prof. Albert Lang.

Neue Stellen, neuer Spielplan

Seit Juli hatten sie gut zu tun. „Die letzten Verträge sind mündlich verhandelt“, sagt Reichel. Unterschreiben konnten schon vier Sänger und zwei Schauspieler. Engpässe gibt es auch beim künstlerischen Betriebsbüro und in der Marketingleitung. „Das geht nicht“, sagt Kümmritz. Argument für Rostock müssten oft persönliche Verbindungen sein, sagt Reichel, die Aussicht, „hier etwas aufzubauen“. Das Gehalt sei selten ein Anreiz.

„Erstmal wollen wir den Ball flach halten“, sagt Kümmritz. Das habe er auch bei der Vollversammlung am Donnerstag vor den Mitarbeitern verkündet. Er will Ruhe schaffen. Der Spielplan steht nun bis Januar. Eigene Premieren sind dabei. Aber auch Stoff, der schon vorher geplant war. „Spur der Steine“ wird eingewechselt, „Zar und Zimmermann“ und als Kinderstück „Rico, Oskar und die Tieferschatten“. Auch geplant: „Paris, Paris“, „Der Messias“ und „Des Kaisers neue Kleider“. Mit dem Peter-Weiss-Haus, den Freigeistern und der HMT sind sie in Kooperationsgesprächen – auch zum Peter-Weiss-Geburtstag. „Wir wollen in die Stadt hinein“, sagt Kümmritz.

Die Zukunft ist noch nicht besiegelt

Die Zukunft des Volkstheaters ist noch nicht besiegelt. Mitte der Woche hatten Reichel und Kümmritz mit der Stadt debattiert, Rechnungen aufgemacht, wie es weitergehen könnte und sollte. „Wir haben ein paar Modelle besprochen“, sagt Kümmritz. Sind Einsparungen beim Orchester möglich, wenn der Haustarif ausläuft? Hat die Stadt vielleicht bald eine andere finanzielle Basis? Wie kann und muss der geplante Neubau von der GmbH mit abbezahlt werden? Alles Fragen, die noch offen sind. „Es wird mehr als nur eine Rechnung geben“, sagt Kümmritz. Auch inhaltlich hat der neue Intendant und kaufmännische Geschäftsführer Visionen: ein Projekt mit Straßenmusikern, ein Theaterjugendclubspektakel. Eine Sommerbespielung für das nächste Jahr ist zwar noch nicht geplant. Aber: „Na klar wollen wir raus. Es ist eine Aufgabe für Präsenz“, sagt Reichel. Die Aufführungen in der Halle 207 seien ja sehr erfolgreich gewesen, so Kümmritz.

Was die Anzahl der Bühnen betrifft, wird das Führungsduo alte Tugenden beleben. „Wir fahren die Bespielung der großen Bühne hoch“, sagt Kümmritz. Vorwiegend die kleine Bühnen zu bespielen, wie in der letzten Ära, wurde wirtschaftlich viel moniert. Weitere Hauptbühnen: Das Ateliertheater und natürlich die Kleine Komödie. „Packen wir es an“, hat Kümmritz sich in der Vollversammlung an die Mitarbeiter gewendet, „das ist das einzig Vernünftige.“

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