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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 21:45 Uhr

Gesundheit : Neue Zeiten für die HIV-Beratung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Centrum für sexuelle Gesundheit zieht um und erweitert Angebot

von
erstellt am 12.Jan.2015 | 06:00 Uhr

Das Centrum für sexuelle Gesundheit in Rostock (CSG) hat neue Beratungszeiten. Die persönliche Beratung findet nun nicht mehr vormittags, sondern montags von 14 bis 18 Uhr, dienstags von 14 bis 17 Uhr und donnerstags von 16 bis 18 Uhr in den neuen Räumlichkeiten statt. Die Räume sind seit Ende Oktober in der Wokrenterstraße 28 zu finden. „Damit haben wir uns durchaus verbessert. Wir sind jetzt im Erdgeschoss und leichter zu finden“, erklärt Tom Scheel. Der Sexualpädagoge ist bereits seit 13 Jahren für die Aidshilfe der Hansestadt und des Landkreises Rostock tätig.

Der Verein hat fünf Aufgabenbereiche: „Bei uns kann man Beratung zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten finden“, sagt Scheel. Betroffene würden begleitet, Angehörige in ihrer Situation unterstützt. „Des Weiteren leisten wir Präventionsarbeit und sind dafür bei Veranstaltungen mit Informationsständen vertreten oder gehen in Schulen, wo wir sexualpädagogische Aufklärungsarbeit übernehmen“, so Scheel weiter. Neben der Aufklärung vor Krankheiten biete der Verein ebenso Sexualerziehung und -beratung an. „Dort geht es um Themen wie Pubertät, sexuelle Vielfalt wie Homo- oder auch Transsexualität, Sexualität allgemein und Verhütung.

„Eine spezielle Zielgruppe sind bei uns schwule Männer, da sie auch in Mecklenburg-Vorpommern die Hauptbetroffenengruppe sind. Daher betreiben wir in dem Bereich eine gezielte Prävention“, so Scheel.

Und in den Räumen in der Wokrenterstraße besteht die Möglichkeit, HIV-Schnelltests zu machen. Vor einem solchen Test, der 15 Euro kostet, gibt es grundsätzlich ein kostenloses Beratungsgespräch. „Viele haben keine Ahnung und hatten gar kein Risiko, sich infiziert zu haben. Oft kommen auch Menschen mit einem schlechten Gewissen, weil sie zum Beispiel fremdgegangen sind oder bei einer Prostituierten waren“, erzählt der Sexualpädagoge.

Wenn kein HIV-Test notwendig sei, werde davon abgeraten. „Wir möchten niemandem das Geld aus der Tasche ziehen.“ Der Schnelltest anschließend funktioniert einfach: Der Finger wird angepikt, und mit einer Pipette ein Tropfen Blut aufgenommen und auf den Teststreifen getan. Dieser hat drei Stufen: „C ist der Kontrollstreifen. Wenn dort nichts reagiert, dann hat der Test nicht funktioniert. Wenn bei T1 und T2 eine Reaktion erfolgt, dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit HIV im Blut“, erklärt Scheel. In diesem Fall müssen die Betroffenen einen Arzt oder das Gesundheitsamt aufsuchen, um einen Bestätigungstest zu machen. Im vergangenen Jahr wurden im CSG 108 dieser Schnelltests durchgeführt. „Das ist von der Zahl her ganz gut. Es sind jedes Jahr um den Dreh 100“, sagt Tom Scheel.

Finanziert werde der Verein unter anderem vom Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, von wo die Hälfte des Etats komme. Von der Stadt Rostock und dem Landkreis kommen ebenso finanzielle Mittel. „Der Rest wird mit Eigenmitteln und Spenden gedeckt“, so Scheel. Da die Spendenbereitschaft aber immer mehr zurückgehe, wird probiert, die Eigenmittel zu erhöhen: „Der Info-Laden ist ein Versuch dafür.“ Dieser werde momentan aufgebaut Kaufen könne man dann unter anderem Aufklärungsmaterialien.

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