Landkreis Rostock : Neue Firma hilft Nierenkranken

Da die Produktion schon vor Weihnachten gestartet wurde, verschraubten die Clearum-Geschäftsführer Jens Sieder (l.) und Dr. Torsten Klein (r.) gestern symbolisch eine Erinnerungstafel unter den Augen von Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph (2. v. l.) und Professor Horst Klinkmann.
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Da die Produktion schon vor Weihnachten gestartet wurde, verschraubten die Clearum-Geschäftsführer Jens Sieder (l.) und Dr. Torsten Klein (r.) gestern symbolisch eine Erinnerungstafel unter den Augen von Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph (2. v. l.) und Professor Horst Klinkmann.

Clearum-Geschäftsführer investieren 18 Millionen Euro am Standort Poppendorf und produzieren Membranen für die Dialyse.

svz.de von
04. März 2016, 12:00 Uhr

Das Herzstück künstlicher Nieren stammt ab sofort aus Poppendorf: Die Firma Clearum hat sich auf die Produktion von Hohlfasermembranen spezialisiert, die für die Blutwäsche nierenkranker Menschen verwendet werden. Gestern feierten die Unternehmer Dr. Torsten Klein und Jens Sieder mit zahlreichen Gästen den offiziellen Produktionsstart auf dem Firmengelände, in das sie 18 Millionen Euro investiert haben.

„Was uns besonders macht, ist, dass wir sehr gut auf das Marktwachstum reagieren und die Hohlfasern im industriellen Maßstab zu einem guten Preis und mit einem sehr großen Volumen fertigen können“, so Klein. 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche wird unter Reinraumbedingungen produziert. Von der Führung durch das Werk zeigte sich auch der bekannte Nephrologe Professor Horst Klinkmann beeindruckt. „Ich habe 1964 in den USA die erste Hohlfaser getestet. Sie bestand damals noch aus Celluloseacetat und es hat lange gedauert, bis diese Fasern ihren Weg nach Europa fanden“, so der gefragte Experte. Er sei „mehr als froh, dass es jetzt einen eigenen Standort für den gesamten Bereich der Blutreinigung im Land gibt“.

An einer engen Zusammenarbeit mit der Abteilung für Nephrologie der Rostocker Universitätsmedizin und weiteren Forschungseinrichtungen im Land sind auch die beiden Clearum-Geschäftsführer interessiert. „Wir suchen den Schulterschluss zur Wissenschaft und benötigen ihn auch“, so Klein. Ziel sei es, durch die enge Zusammenarbeit in zwei bis drei Jahren neue Produkte auf den Markt bringen zu können.

Zum offiziellen Produktionsstart war gestern auch Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph gekommen. Das Land beteiligt sich doch nicht nur mit einer Bürgschaft an der Finanzierung, sondern auch mit 4,8 Millionen Euro Fördermitteln aus dem Topf für die Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur sowie dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Laut Rudolph zeige die bisherige Entwicklung von Clearum, „dass wir in MV mehr sind als Tourismus – wir sind auch ein Hightechland“. Er glaube fest daran, dass es den Unternehmern gelingt, sich mit ihren aktuellen Produkten und künftigen Forschungsentwicklungen auf dem Weltmarkt zu behaupten. „Und wir alle wissen: je größer der Markt, desto härter auch der Wettbewerb“, so Rudolph. Klein und Sieder sind überzeugt vom Erfolg. Durch den demografischen Wandel, medizinischen Fortschritt und zunehmende Risikofaktoren ist davon auszugehen, dass sich die Nachfrage nach ihren Dialysatoren in den kommenden Jahren noch weiter steigern wird. Und darauf sind sie vorbereitet – vor den Augen der Gäste der Eröffnungsfeier rollten gestern bereits die Baufahrzeuge vor, um die zweite Werkhalle anzugehen.

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