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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Oktober 2017 | 18:27 Uhr

Gedenken : Nazi-Verfolgte: Grabrechte laufen ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Eine Vereinigung plant nun einen Erinnerungsort auf dem Neuen Friedhof einzurichten.

von
erstellt am 13.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Seit 1994 liegt Ex-Wehrmachtsarzt Georg Pietruschka auf dem Neuen Friedhof in Rostock begraben. Nach seiner Gefangennahme bei Stalingrad hatte er sich dem Widerstand gegen Hitler angeschlossen. Er ist nur einer von vielen Verfolgten, die auf dem Neuen Friedhof bestattet wurden, deren Grabnutzungsrechte aber auslaufen. Um die Erinnerung an sie weiter aufrecht zu erhalten, plant die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) die Einweihung einer neuen Gedenkstätte.

„In Abstimmung zwischen dem VVN-BdA und der Hansestadt ist als Standort das Grabfeld U8, der ehemalige Ehrenhain der Sozialisten, ausgewählt worden“, heißt es in einer Vorlage der Stadtverwaltung für die Bürgerschaft. Zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Hitler-Regime am 8. Mai soll dort ein Gedenkstein mit einer Tafel aufgestellt werden. Laut Stadt habe die Vereinigung den Textvorschlag „Wir erinnern an die auf Rostocker Friedhöfen bestatteten Verfolgten des Nazi-Regimes. Nie wieder Faschismus“ eingebracht. Die Zeilen soll Bildhauer Wolfgang Friedrich einmeißeln.

„Die Detailabstimmungen zur Gestaltung laufen zurzeit, sodass noch keine konkreten Kostenaussagen getroffen werden können“, heißt es in der Vorlage. Mit der Anschaffung der Tafel soll der Haushalt der Hansestadt nicht belastet werden, diese Ausgaben will die Vereinigung selbst übernehmen. Öffentliches Geld soll lediglich über das Amt für Stadtgrün, das die städtischen Friedhöfe in Rostock betreut, in die laufende Pflege der Anlage fließen. Auf dem Neuen Friedhof gibt es bereits eine Gedenkstätte für die Opfer und Verfolgten des Nationalsozialismus. Aber: „Sie wird seitens des VVN-BdA als nicht ausreichend betrachtet“, heißt es in der Vorlage.

Georg Pietruschka hatte unter anderem den stellvertretenden Vorsitz des Nationalkomitees Freies Deutschland inne. Nach Kriegsende war er an der Berliner Charité und als Direktor der Rostocker Klinik für Augenheilkunde tätig.

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