Initiative Rostocker Frühling : Naturschützer fordern: „Die Bäume müssen bleiben“

100 Demonstranten wollen „keine kalten toten Plätze mehr“. Sie setzen sich für den Erhalt der Natur in den Wallanlagen  ein.
100 Demonstranten wollen „keine kalten toten Plätze mehr“. Sie setzen sich für den Erhalt der Natur in den Wallanlagen ein.

Protestaktion in den Wallanlagen: Initiative Rostocker Frühling will keine gärtnerisch gepflegte Anlage

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24. Februar 2014, 08:00 Uhr

„Wir brauchen Luft zum Atmen“, sagt Thomas Pitsch und deutet auf den Unterwall. „Hier sollen noch in diesem Monat zahlreiche Bäume und Sträucher gefällt werden.“ Der Gründer der Initiative Rostocker Frühling schüttelt den Kopf. „Naturnahe Flächen gehören in die Stadt. Bäume sind Lebewesen und Lebensraum für Tiere und Insekten. Die Rodung geht zu weit.“

Deshalb hat Thomas Pitsch gemeinsam mit Mitgliedern des Naturschutzbundes und des Bundes für Umwelt und Naturschutz am Sonnabend zu einer Demonstration aufgerufen. Rund 100 Rostocker kamen zur Kundgebung am Brunnen „Die Trinkende“ und äußerten ihren Unmut über die geplanten Baumfällarbeiten. „Nicht nur in den Wallanlagen müssen Bäume weichen, auch in der Hermannstraße soll gefällt werden“, so Thomas Pitsch. „Die Straße soll erweitert und eine Linksabbiegerspur eingerichtet werden. Acht Bäume müssen dafür ihr Leben lassen.“

Das kann auch Christina Winkler nicht verstehen: „Ich bin schockiert, dass die Verbreiterung der Hermannstraße schon beschlossene Sache ist. Es gibt so viele Menschen, die so wie wir dagegen sind. Ich verstehe nicht, warum die Verbreiterung nötig ist.“ Die Rostockerin fühlt sich machtlos. „Statt der Rodung sollte man lieber einen Mehrwert für Familien schaffen und die Natur erhalten.“

Die Initiative Rostocker Frühling ist um Kompromisse bemüht. „Wir sehen ein, dass die Wallanlagen aus denkmalpflegerischer Sicht umgestaltet werden. Aber wir verstehen nicht, warum deshalb abgeholzt werden muss. Die Wallanlagen haben sich in den letzten Jahrzehnten gut entwickelt. Die Natur konnte sich frei entfalten“, betont Thomas Pitsch. Mehrere Male hätten sich er und seine Frau Ursel an den Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) gewandt. Ohne Erfolg: „Es kam nie eine Antwort.“

Mit der Sanierung des östlichen Walleingangs im April soll der Belag von Unter- und Oberwallweg sowie rund um das Kriegerdenkmal erneuert werden. Auch die Treppe vom Oberwallweg zum Aussichtspunkt auf das Kriegerdenkmal soll saniert werden. Für die bessere Wirkung werden die meisten Pflanzen rundum auf eine Höhe von 50 Zentimetern zurückgeschnitten. Abgesehen vom Ahorn und von den Ulmen seien laut der Rostocker Gesellschaft für Stadtentwicklung keine Bäume von einer Fällung betroffen. „Das reicht schon. Wir brauchen die lebendige Natur und keinen Kahlschlag wie auf dem Kanonsberg“, findet Thomas Pitsch.

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