Rostocker Heide : Naturpfleger legen Feuer

Zunächst entzündet Steffen Hartig ein Feuer gegen den Wind aus Südost, damit der Hauptbrand später nicht überspringt. Fotos: ToHi
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Zunächst entzündet Steffen Hartig ein Feuer gegen den Wind aus Südost, damit der Hauptbrand später nicht überspringt. Fotos: ToHi

Gezielter Brand auf dem ehemaligen Schießplatz Rosenort schafft Platz für das geschützte Zwergheidekraut

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10. März 2016, 12:00 Uhr

Mit seinem überdimensionalen roten Feuerzeug hat Steffen Hartig gestern Mittag die Rostocker Heide in Brand gesetzt. „Wir machen das für den Naturschutz“, erklärt der Diplom-Forstwirt von der Firma Dienstleistungen im Brand- und Katastrophenschutzfall (Dibuka) aus Sachsen-Anhalt. Angeheuert wurde das Unternehmen vom Stadtforstamt, das mit seiner Hilfe die geschützte Zwergstrauchheide auf dem ehemaligen Marineschießplatz Rosenort erhalten will.

Die alte Vegetation auf der fünf Hektar großen Fläche macht es neuem Heidekraut schwer. „Wir wollen ihm ein bisschen Starthilfe geben“, sagt Angelika Stoll, die im Stadtforstamt für den Naturschutz zuständig ist.

Zwar machen die Flammen auch vor den wertvollen Pflanzen nicht halt, aber dank ihrer bereits vorhandenen Wurzeln wächst die Zwergstrauchheide als Erstes empor. „Diesen Zeitvorsprung kann sie nutzen, um die Fläche wieder zu füllen“, so Stoll. Als positiven Nebeneffekt kann sie dabei die Asche als Dünger nutzen.

Das Feuer kommt aber nicht nur den Pflanzen, sondern auch den Tieren zugute. Nach dem Brand werde das Areal beispielsweise für Glatt- und Ringelnattern sowie Eidechsen und Insekten wieder interessant, erklärt Revierförster Christoph Willert. „Das ist ein ziemlich seltenes Biotop“, sagt er. Gerade die Reptilien seien auf gute Sonnenplätze angewiesen, um ihren Körper aufzuheizen. Ohne das pflegende Feuer würden diese zum Großteil verschwinden.

Schon jetzt waren Ginsterbüsche und Kiefern vor Ort auf dem Vormarsch. „Die Veränderung ist gut zu beobachten“, sagt Stoll. Besonders deutlich wäre der unerwünschte Bewuchs im Mai geworden, wenn der Ginster in voller, gelber Blüte stehe. Ihr Feuerprojekt hatten Stoll und Hartig bereits seit vergangenem Herbst vorbereitet. Es ist erst das zweite seiner Art in der Rostocker Heide. Das erste war vor rund zehn Jahren an gleicher Stelle entzündet worden, damals schon mit Erfolg. Zur Absicherung stand gestern die Feuerwehr mit einem Löschfahrzeug bereit.

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