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Verkehr : Nächster Brücke in Rostock droht die Sperrung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Das Bauwerk über die Hafenbahn wird abgerissen. Das Tiefbauamt rechnet mit Kosten von fünf Millionen Euro.

von
erstellt am 16.Mai.2015 | 15:45 Uhr

Nächste Belastungsprobe für Tausende Pendler: Nach der jüngst erst wieder freigegebenen Brücke am Mühlendamm muss nun keine 3000 Meter weiter das Bauwerk über die Hafenbahn Höhe Timmermannsstrat abgerissen und neu errichtet werden. Dafür will die Verwaltung Arbeiten der Deutschen Bahn an der Gleisanlage unter der Brücke ausnutzen: Zwischen Dezember 2016 und Dezember 2017 plant diese, die Schienenstränge grundlegend zu erneuern. Der Zugverkehr wird in dieser Zeit eingestellt. „Dies wirkt sich sowohl positiv auf die Kosten, aber insbesondere auch positiv auf die Bauzeit aus, da schneller gebaut werden kann, ohne auf den Bahnverkehr Rücksicht nehmen zu müssen“, heißt es in einer Beschlussvorlage für die Bürgerschaft. Deren Mitglieder könnten im Juli grünes Licht geben.

Insgesamt plant das zuständige Tief- und Hafenbauamt mit Kosten von rund fünf Millionen Euro und einer Bauzeit bis ins Jahr 2018 hinein. Alternativ die marode Bausubstanz nur instand zu setzen, käme mit veranschlagten 1,5 Millionen Euro zwar deutlich billiger. Allerdings könne die Tragfähigkeit auf diese Weise nicht verbessert werden. Bei der letzten Hauptprüfung 2013 erhielt die 1970 erbaute Brücke die Note 2,9, Tendenz fallend. Ab Note 4 droht die Totalsperrung für alle. Schwertransporte sind schon jetzt nicht mehr erlaubt. Eine Überprüfung hätte 2011 beinahe auch die Sperrung der Überholspuren für Lkw zur Folge gehabt.

„Das Bauwerk weist zahlreiche substanzielle Schäden auf“, heißt es in der Bürgerschaftsvorlage. Unter anderem würden die Unterbauten an Betonfraß leiden, die Abdichtungen und Fahrbahnübergänge seien kaputt und der schädliche Stoff Chlorid habe das zulässige Limit erreicht. „Chloride führen im Beton zu einer Bewehrungskorrosion, die von außen nicht erkennbar ist und somit zu unbemerkten Schädigungen im Inneren der Betonbauteile führen“, schreibt die Verwaltung. Ihr Plan sieht vor, jeweils eine Brückenseite voll zu sperren und neu zu bauen. So könnte der Verkehr zumindest einspurig in jede Richtung weiterrollen. Sollte die Querung dagegen schon vor Beginn der Arbeiten auf jeweils einer Richtungsfahrbahn für Lkw gesperrt werden, „bliebe als Alternative nur eine Verkehrsregelung mittels Lichtsignalanlage“. Diese Lösung jedoch hätte nach Ansicht der Verwaltung einen totalen Verkehrskollaps zur Folge – auf der Tessiner Straße sind täglich 21 000 Fahrzeuge unterwegs, vier Prozent davon Lkw. Eine Behelfsbrücke wie am Mühlendamm sei ebenfalls nicht denkbar: Sie wäre deutlich länger und damit auch teurer.

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