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25. November 2017 | 12:38 Uhr

Nachgerechnet: Das wäre noch möglich

vom

svz.de von
erstellt am 14.Feb.2012 | 08:20 Uhr

Rostock | Theater mit einem Jahresetat von zwölf Millionen Euro - da wären grundlegende Einschnitte nötig, ist sich Stefan Rosinski, Geschäftsführer der Volkstheater Rostock GmbH, sicher. "Denn den Apparat Theater kann man nur bis zu einer gewissen Grenze verkleinern", so der Kaufmann. "Danach werden Strukturveränderungen nötig." Das betriebswirtschaftliche Konzept für das Rostocker Theater hat er bereits vorgelegt. Fehlen noch die inhaltlichen Perspektiven. "Das Volkstheater hat bereits einen massiven Personalabbau hingenommen", sagt Rosinski. Im Vergleich zu anderen Theatern der gleichen Größe sei das damit noch mögliche Programm schon sehr eingeschränkt. Von einem "kleinen Angebot" spricht der Geschäftsführer. Nun müsse aus dem politischen Raum eine Entscheidung fallen: Was für ein Theater will sich Rostock leisten?

Drei kostengünstige Möglichkeiten sehen laut Rosinski wie folgt aus: Die Spielzeit könnte verkürzt werden, sodass nicht mehr das ganze Jahr über Theater angeboten wird. In Südeuropa gibt es weiterhin das so genannte Stagione-System. Bei dieser zweiten Variante werden für Produktionen Gast-Künstler engagiert. Es gibt kein stehendes Ensemble. Die Stücke werden einige Male gespielt und ziehen dann weiter in Partnertheater. "Aber es gibt im weiteren Umfeld kein Theater, das nach diesem Prinzip arbeitet. Ein Austausch wäre also nicht möglich", erläutert Rosinski. Die dritte und kostengünstigste Variante ist das Bespieltheater, das nur Gastspiele bringt. "Das würde aber ein sehr ausgedünntes Programm bedeuten", so Rosinski.

Kürzungen von sechs Millionen Euro wären für das Volkstheater ein enormer Einschnitt. "Das ist immerhin fast ein Drittel der jetzigen Zuschüsse", betont der Theater-Geschäftsführer. Er hofft nun auf richtungsweisende Entscheidungen für das Theater, die im Zusammenhang mit den kulturpolitischen Leitlinien zu erwarten sind. Diese werden derzeit unter der Federführung von Kultursenatorin Dr. Liane Melzer (SPD) erarbeitet. Rosinski bringt es auf den Punkt: "Wenn ich einen Porsche fahren will, kann ich dafür nicht nur 10 000 Euro ausgeben."

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